Akupunkturtherapie / Ohrakupunkturtherapie

Akupunk’tur [Aku·punk’tur]

die; -,-en (med.) Heilmethode, bei der durch das Einstechen von Nadeln aus Edelmetall in bestimmte Hautpartien, Einfluss auf innere Organe genommen werden soll

Die Akupunktur ist seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin nach deren Weltbild alles Leben von der Energie „Qi“ durchdrungen ist, die in Zeitbahnen bzw. Meridianen durch den Körper fließt. Bestimmte Meridiansysteme sind hierbei speziellen inneren Organen und Organsystemen zugeordnet. Die Gesundheit des Menschen beruht auf einem Gleichgewicht der gegensätzlichen, sich aber ergänzenden Aspekte Yin und Yang, dieser Energie. Äußere Einflüsse, seelische Vorgänge sowie falsche Ernährung, Unter- oder Überbelastung und Verletzungen können die Energieströme beeinflussen. Dies kann zu einem Ungleichgewicht des Yin und Yang führen, das Krankheiten und Schmerzen verursacht. Die Stimulation spezieller Akupunkturpunkte kann durch Anregung der Selbstheilungskräfte einen aus dem Gleichgewicht geratenem Zustand der Energie wieder herstellen, so dass unter Umständen weniger Medikamente gebraucht werden oder ein größerer Eingriff erspart werden kann.

Während der Behandlung sitzen oder liegen Sie entspannt, bequem und warm. An ausgewählten Punkten des Körperstammes, des Schädels und der Gliedmaßen werden dünne Stahlnadeln wenige Millimeter bis einige Zentimeter tief eingestochen.

Der Einstich der Akupunkturnadeln kann einen kurzen Schmerz oder ein unangenehmes Gefühl auslösen, das aber schnell vergeht. Ansonsten wird die Nadel wieder entfernt.

Eine Sitzung dauert ca. 30 Minuten, wobei ein Behandlungszyklus meist 10 Sitzungen umfasst, die ggf. wiederholt werden müssen.

Anwendungsgebiete

  • Migräne, Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerz
  • Chronische Schmerzzustände des gesamten Bewegungsapparates
  • Sportverletzungen, Tennisarm
  • Allergische Erkrankungen, Heuschnupfen, Asthma
  • Magen– und Darmbeschwerden
  • Verstopfung
  • Leber– und Nierenerkrankungen
  • Chronische Zystitis
  • Schwäche der Immunabwehr
  • Bettnässen

Ohrakupunkturtherapie

Bei der Ohrakupunktur werden bestimmte Punkte der Ohrmuschel mit Akupunkturnadeln gestochen. Diese Reizung der Ohrakupunkturpunkte wirkt auf die korrespondierenden Organe des Körpers, d.h. im Ohr sind alle Körperorgane genau gespiegelt, ähnlich wie bei der Fußreflexzonenmassage alle Organe auf der Fußsohle ihr Spiegelbild haben.

Wenn ein Punkt im Ohr angestochen wird, wird reflektorisch ein positiver Reiz in dem zugehörigen körperlichen Organfeld erreicht.

Dadurch können Störungen und Krankheiten normalisiert, verbessert oder geheilt werden.

Das Anwendungsspektrum der Ohrakupunktur ist sehr breit. Sie ermöglicht beispielsweise wirksame Hilfe bei Schmerzzuständen, aber auch gegen Störungen des vegetativen Nervensystems, psychische Störungen und zur Suchttherapie wird sie eingesetzt.

Außerdem verstärkt sie die Wirkung vieler Medikamente.

Die Therapie

Wenn die Punkte gefunden und die Diagnose gestellt ist, wird das Ohr sorgfältig mit Alkohol desinfiziert. Der Therapeut sucht eine passende Nadel und sticht sie etwa 2 Millimeter tief in die ausgewählten Akupunkturpunkte. Als zusätzlicher Reiz können die Nadeln gedreht werden.

Im Normalfall bleiben die Nadeln etwa 10 Minuten lang liegen, bevor sie heraus genommen werden.

Eine andere Form der Nadelung ist die mit Dauernadeln. Sie wird häufig, beispielsweise bei der Suchttherapie angewandt. Die Nadeln sind winzig klein und werden mit einem speziellem Pflaster im Ohr fixiert. Sie schmerzen nicht und der Vorteil ist, dass man sie kaum sieht. Nach ein bis zwei Wochen werden sie wieder entfernt, und das nicht behandelte Ohr wird genadelt.

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