Bandscheibenvorfall

Die ca.5 -20 mm dicken Bandscheiben liegen wie ein Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und bestehen aus einem weichen Gallertkern, der von einem Ring aus Faserknorpel umgeben wird. Bandscheiben sind die Stoßdämpfer unser Wirbelsäule und sorgen für eine enorme Beweglichkeit. Zudem fungieren sie als „Platzhalter“ zwischen den Wirbelkörpern wo die Spinalnerven austreten.

Abgesehen vom 1. und 2. Halswirbel sowie dem Kreuz- und Steißbeinwirbel befindet sich zwischen allen anderen Wirbelkörpern eine Bandscheibe.Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall – Ursachen

Die Ursache für einen Bandscheibenvorfall ist meist eine andauernde oder plötzliche Fehl-bzw Überbelastung auf dem Boden degenerativer Bandscheibenschäden. Mit dem Alter sinkt der Wassergehalt und damit die Elastizität der Bandscheibe, der Faserring wird spröder und gibt schneller nach, wobei Übergewicht, Bewegungsmangel und schweres Heben das Risiko deutlich erhöhen. Verrutscht der Gallertkern  der Bandscheibe und führt dadurch zu einer Ruptur des umliegenden Faserrings, so spricht man von einem Bandscheibenvorfall.

Da der Gallertkern der Bandscheibe zu fast 95 % aus Wasser besteht, wird er nach einiger Zeit selbst vom Körper resorbiert und abtransportiert. Dies ist auch der Grund, warum fast 90% aller Patienten mit Bandscheibenvorfall sehr gut konservativ behandelt werden können. Im Idealfall genügt eine Schonung für einige Tage und die evtl. Gabe schmerzlindernder Medikamente. Im Anschluss empfiehlt sich ein physiotherapeutisches Aufbautraining der Rücken- und Bauchmuskulatur. In besonders schwierigen Fällen mit anhaltender Schmerzsymptomatik kann die Injektion von Lokalanästhetika bzw. Cortison in das Gebiet der eingeengten Nervenwurzeln oder neben das Rückenmark erforderlich sein.

Wenn sowohl die Schmerzen als auch die weitere Symptomatik mehrere Wochen ohne eine nennenswerte Besserung anhalten, ist eine Operation das Mittel der Wahl. Bei Lähmungserscheinungen und Blasenfunktionsstörungen besteht eine sofortige OP-Indikation.

Die Symptome, die bei einem Bandscheibenvorfall auftreten können, hängen von seiner Lokalisation, seiner Größe und der Tatsache ab, ob Nerven bzw. Nervenwurzeln durch die Raumforderung komprimiert und in Mitleidenschaft gezogen werden.

Neben stechenden andauernden Schmerzen, die als stark bis nahezu unerträglich wahrgenommen werden, ist eine deutliche Abwehrspannung der Rückenmuskulatur spürbar.

Ausfälle der sensorischen Nervenfunktion können zu Taubheitsgefühlen und Missempfindungen im Versorgungsgebiet der entsprechenden Nerven führen.

Kommt es zu einer Schädigung der motorischen Nervenfasern können Lähmungserscheinungen, Spasmen sowie Blasenfunktionsstörungen auftreten.

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