Persistierende Borreliose

Da es sich bei der persistierenden Borreliose um eine Multisystemerkrankung handelt, kommen Anamnese und körperlicher Untersuchung eine große Bedeutung zu.

Die erste Frage, die dem Patienten zu stellen ist, heißt: Können Sie sich an einen Zeckenbiss oder einen Insektenstich erinnern? Gab es Auffälligkeiten im Bereich um die Einstichstelle herum, wie starken Juckreiz, Rötungen oder eine derbe Schwellung(Lymphozytom)?

Die erste Schwierigkeit im Rahmen einer zuverlässigen Diagnostik stellt das sogenannte Erythema migrans da, das sich meist wenige Tage nach dem Zeckenbiss entwickelt, oft auch erst Wochen oder Monate später auftreten kann. Bei 50-70 % der Infizierten fehlt es ganz oder tritt nicht in seiner klassischen Form auf. Ein typisches Erythema migrans entwickelt sich mit einem von zentral nach lateral immer größer werden Hof, vobei das Zentrum mehr und mehr verblasst, sodass am Ende eine randbetonte und ringförmige Rötung besteht.

Nach einem Zecken-oder Insektenstich können als erste Borrelioseerscheinungen  grippeähnliche Symptome mit starken Gliederschmerzen und ausgeprägtem Krankheitsgefühl auftreten, die mit oder ohne Fieber einhergehen.Viele Patienten leiden auch unter Lymphknotenschwellungen und Muskelschmerzen am ganzen Körper, unter Meningismus(Kopfschmerzen mit beeinträchtigter Kopfbeugefähigkeit) und Schweißausbrüchen.

Die Krankheitssymptome einer persistierenden Borreliose sind äußerst vielfältig, was die Diagnostik erschwert und das Erkennen so schwierig gestaltet.

 

Symptome in der frühen Infektionsphase

  • Muskel-und Gelenkschmerzen im ganzen Körper mit wechselnder Lokalisation
  • Hirnnervenparese v.a von  Nervus facialisNervus abducens und Nervus  oculomotorius
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schmerzen in einem Gelenk, bevorzugt im Knie

Erythema migrans

 

Symptome bei fortgeschrittener Borreliose

  • Hautveränderungen mit infiltrativen, atopischen und makulösen Veränderungen im Sinne einer Acrodermatitis chronica atrophicans
  • Muskelschmerzen
  • starke Schmerzen in einem Gelenk

 

Weitere Symptome bei persistierender Borreliose

  • starke Müdigkeit und Erschöpfung
  • kognitive Defizite mit Störungen des Kurzzeitgedächnisses, der Aufmerksamkeit, einer Konzentrations-und Auffassungshemmung
  • Sprachschwierigkeiten und Wortfindungsstörungen
  • nächtliches Schwitzen
  • wiederkehrende Lymphknotenschwellungen
  • subfebrile Temperaturen, aber auch Fieberschübe
  • Schwindel, Gleichgewichts-und Koordinationsstörungen
  • Sehstörungen, Nachblindheit
  • wiederkehrende Augenentzündungen mit Bindehaut-, Netzhaut und Irisbeteiligung
  • diffuser Haarausfall, Schmerzen beim Haare kämmen
  • mykoseartige Hautveränderungen
  • depressive Verstimmungen

 

Schmerzcharakteristik bei Borreliose

  • Fersen-und Schienbeinschmerzen, anhaltend auch ohne mechanische Belastung, vorzugsweise nachts und im Liegen
  • Wundheitsschmerz im Brust-und Rippenbereich
  • Brennschmerzen, Ameisenlaufen und Taubheitsgefühle der Haut, die in ihrer Intensität und Lokalisation wechseln können
  • Schmerzen der Achillessehne
  • Sehnenschmerzen
  • Carpaltunnelsyndrom
  • Tennisarm
  • elektrisierende Schmerzen im ganzen Körper, die von starker Intensität und kurzer Heftigkeit sein können und immer wieder an verschiedenen Körperstellen auftreten
  • schmerzhafte Kniegelenksergüsse, schmerzhafte Knieschwellung
  • Springende, starke Gelenkschmerzen v.a der großen Gelenke mit nächtlichem Schmerzmaximum

 

Bannwarth Syndrom

Eine Sonderstellung nimmt das Bannwarth Syndrom ein, dass mit Nervenschmerzen v.a großer Nervenäste auftritt und durch ein nächtliches Schmerzmaximum imponiert 3 Subtypen

Kraniocaudaler Typ

  • Extremitäten-und Hirnnervenbeteiligung

Kranialer Typ

  • Kopfnahe Sensibilitätsstörungen, Hirnnervenausfällrn und Menigismus

Extremitätentyp

  • Wirbelsäulenbeschwerden

Eine Antikörperbildung erfolgt nach einer Erstinfektion in einem Zeitraum von 3-8 Wochen und steht somit nicht in Kongruenz zum Auftreten des Eythema migrans. Eine zu früh abgenommene Borrelioseserologie zeigt dann entsprechend negative Ergebnisse und dem Patienten wird versichert, nicht erkannt zu sein ohne aber den wichtigen Hinweis zu geben, dass die Serologie zum sicheren Ausschluss nach spätestens 8 Wochen wiederholt werden muss.

 

Labordiagnostik

LTT –Lymphozytentransformationstest

  • stellt den frühstmöglichen Infektionsnachweis dar
  • aussagekräftig bereits 10 Tage nach erfolgter Infektion
  • Parameter für den aktivierungsgrad der Infektion

Borrelien Antikörper IgM und IgG

  • Eine Borrelien-Antikörpertestung  ist frühestens 6 Wochen nach erfolgter Infektion sinnvoll

Immunoblot

  • Marker für den ungefähren Infektionszeitpunkt

CD 57+NK

  • zur Bestimmung der zellulären Immunität und zur Verlaufskontrolle

 

Behandlungsansätze bei persistierender Borreliose

1.Antibiotikabehandlung

Die Behandlung einer Borreliose ist äußerst schwierig, da eine wesentliche Grundvoraussetzung die exakte Kenntnis des Infektionsstadiums darstellt. So müssen in der Phase der Frühinfektion Antibiotika zur Anwendung kommen, die auf Bakterien im Teilungszyklus wirken (z.B. Penicillin, Ampicillin, Amoxicillin und die Cephalosporine). Der Nachteil dieser  Antibiotika besteht jedoch darin, dass sie nicht intrazellulär wirksam sind und somit nicht auf intrazelluläre Erreger zugreifen, können, die sich jedoch regelmäßig nach der Primärinfektion entwickeln. Zudem begünstigen sie die Cystenbildung von Borrelien, die in dieser Form jahrelang überdauern können und für Antibiotika nicht mehr „zugänglich“ sind.

Intazellulär und bakterizid wirkende Antibiotika wirken zwar durch eine Anflutung auch in den Zellen, sind in ihrer Wirkungsweise jedoch wieder nur auf sich teilende Bakterien beschränkt. Bakteriostatisch und intrazellulär wirken Tetracyclin, Doxycyclin, Erythromycin, Roxithromycin, Clarithromycin und Azithromycin. Kombinationen zwischen bakteriostatisch und bakterizid wirkenden Antibiotika sollten vermindern werden, weil siech die wirkungen gegenseitig aufheben können.

Die Antibiotikatherapie bei Borreliose ist äußerst schwierig und gehört auf jeden Fall in die Hände eines Spezialisten. Denn ein Therapieversagen ist vorprogrammiert, wenn bei intrazellulärer Infektion zu kurz, zu niedrig oder mit falscher Medikation behandelt wird.

 

Kritische Betrachtung des Antibiotikaeinsatzes bei chronischen Infektionen

Studien, insbesondere von Lida Mattmann, USA, haben gezeigt, dass der Einsatz von Antibiotika zur vermehrten Bildung von CWD, sogenannten zellwandfreien Bakterienformen führt. So bewirkt der Einsatz von Antibiotika lediglich  eine  Zerstörung der Bakterienwand, wodurch das Bakterium für den Organismus zunächst seine Pathogenität verliert und nicht mehr krankheits -erregend wirkt. Dem Patienten geht es besser –jedenfalls zunächst. Unter der Bakterienwand befindet sich jedoch noch ein sogenanntes Amnion-eine Eihaut- samt Bakterieninhalt. Zellwandfreie Bakterienformen(Amnion plus Inhalt) können in die roten und weißen Blutkörperchen einwandern, intrazellulär als Parasiten  leben und den Zellstoffwechsel der Wirtszelle für eigene Zwecke  verändern.

Ändert sich das  extrazelluläre Milieu, so sind diese intrazellulären Erreger in der Lage, wieder aus ihrer Wirtszelle herauszuwandern und von der zellwandfreien in eine zellwandtragende Form zu wechseln. Mit dem Wechsel von der zellwandfreien in die zellwandtragende Form kommen auch die ursprünglichen Krankheitssymptome  zurück. Dies liegt daran, dass nur die Zellwand von Bakterien dem Immunsystem als Erkennungsmarker dient und dadurch eine Immunreaktion provoziert. Im Rahmen einer Immunreaktion lassen sich bei entsprechenden Laboranalysen im Blut erhöhte Titer nachweisen, die  eine Auseinandersetzung des Immunsystems mit der Erkrankung signalisieren.

Nach einer Antibiotikatherapie fallen aufgrund der Zellwandzerstörung von Bakterien  auffallend niedrige Titer auf, was häufig als Erfolg der Antibiotikabehandlung fehlinterpretiert wird. Wenn Bakterien ihre Zellwand verlieren, kommt es durch einen Verlust der Erkennungsmerkmale für das Immunsystem zum Titerabfall. Die Titer bleiben auch im Stadium der zellwandfreien Bakterienphasen niedrig, steigen jedoch stets wieder an, wenn die zellwandfreien Bakterienformen ins zellwandtragende Stadium wechseln. Durch weitere Antibiotikagaben würde diese Teufelskreis lediglich fortgesetzt, bzw unnötige Resistenzen gefördert.

Ziel kann bei chronischen Infektionen deshalb immer nur eine Stimulierung des körpereigenen Immunsystems und eine Regulation des inneren Milieus  sein, weil dies der Bildung zellwandfreier Bakterienformen und der generellen Vermehrung von Bakterien entgegen wirkt.

Therapieansätze

  • Sanumtherapie-welche dem Immunsystem auch zellwandfreie Bakterienformen kenntlich machen kann
  • Ozontherapie
  • -Hyperthermie
  • Orthomolekulare Medizin
  • Misteltherapie
  • Vitamin- C-Hochdosistherapie
  • Einsatz effektiver Mikroorganismen
  • Baseninfusionen uvm

 

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