Mykoplasmeninfektion

Erreger

  • Mykoplasma pneumoniae
  • Mykoplasma hominis
  • Mykoplasma urealyticum

Mykoplasmen gehören zu den zellwandfreien Bakterienformen und leben entweder als Parasiten im Zellinneren einer Wirtszelle oder außerhalb der Zellen im extrazellulären Raum. Durch ihre winzige Größe, ihre einfache Struktur, die fehlende Zellwand und ihre gute Verformbarkeit verfügen Mykoplasmen über einen optimalen Überlebensmechanismus im menschlichen Organismus. Mit einer Plasmamembran, Ribosomen und einem  doppelsträngigen Genom besitzen sie lediglich ein Minimum an Zellorganellen für Wachstum und Vermehrung. Im menschlichen Organismus überleben Mykoplasmen  parasitär auf der Zelloberfläche, von der sie essentielle Wachstumsfaktoren wie Aminosäuren, Fettsäuren, Cholesterin und Nukleotide erhalten.  Das Fehlen der Zellwand ermöglicht Mykoplasmen eine pleomorphe Zellgestalt, wodurch sie Membranfilter mit einer Porengröße von 0,45 ym passieren können. Mykoplasmen leben in der Regel mit ihrem Wirt zusammen ohne sich schädigend auf ihn auszuwirken. Manchmal lösen sie jedoch lokale Entzündungen in Form  einer Harnröhrenentzündung (Urethritis), einer Prostataentzündung (einer Prostatitis) oder manifestieren sich in Form einer Nieren-, Gebärmutter-oder Scheidenentzündung. Die häufigsten Vertreter mit pathogener Relevanz für den Menschen  sind M. pneumoniae, M. hominis und M. urealyticum.

Mykoplasma pneumoniae ist für den Menschen in der Regel nur mäßig pathogen. Es kann jedoch bei einer entsprechenden Disposition des menschlichen Organismus verschiedene Organe befallen und unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen. Seine Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion  und kann eine atypische Lungenentzündung, Atemwegsinfektionen sowie eine Entzündung des Mittelohrs verursachen. Als  Komplikation einer Mykoplasmeninfektion kann es ferner zu einer Herzbeutel-bzw. einer Herzmuskelentzündung sowie zu einer Meningoencephalitis kommen. Durch die im Organismus ausgelöste Immunantwort kann es zu Entzündungsreaktionen mit Schmerzen und einer Arthritis ähnlicher Gelenkzerstörung kommen.

Mykoplasmen sind sexuell übertragbar. Zudem werden Ureaplasma urealytica zu ca. 50% während Schwangerschaft und Geburt auf das Kind übertragen.  Folgen können ein vermindertes Geburtsgewicht, Frühgeburten, Atemwegs-und Hirnhautentzündungen sein. Führen Myko – und Ureaplasmen zu Beschwerden wird schulmedizinisch in der Regel antibiotisch behandelt, wobei auf eine ausreichend lange Behandlungsdauer geachtet werden muss und mögliche Resistenzen zu berücksichtigen sind.

Jetzt Kontakt aufnehmen