Borreliose

Borreliose ist die häufigste Infektionskrankheit, die durch Zecken u./o. Stechmücken und Stechfliegen übertragen wird. Borreliose - Heilpraktiker Kiel
Neben einer Übertragung durch Spinnentiere und Insekten wird aktuell eine sexuelle, eine diaplazentare sowie eine Übertragung durch Bluttransfusion diskutiert.

Eines der wenigen klaren Symptome bei Borreliose ist das Erythema migrans (ringförmige Hautrötung), welches meist innerhalb von 1 bis 3 Wochen nach einem Zeckenbiss auftritt.

Alle anderen im Frühstadium auftretenden Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf-und Gliederschmerzen werden meist als Grippe fehl gedeutet und nicht mit einem Zeckenbiss in Verbindung gebracht.

So kann sich die Infektion oft über Monate und Jahre unerkannt zu einer chronischen Lyme Borreliose ausweiten – einer multisystemischen Erkrankung, die sich in vielen Symptomen äußert.

  • Herzrhythmusstörungen
  • starken Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Brennnen auf und unter der Haut
  • Hautrötungen
  • schubweise auftretende Gelenkentzündungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Neuralgien
  • Tremor
  • kalte Körperbereiche infolge einer Minderdurchblutung

Bei einer chronischen Borreliose haben sich die Erreger bereits in den Zellen und in Körperregionen angesiedelt, die für Antibiotika schwer zugänglich sind.
Die auftretenden Symptome sind durch die chronische Entzündung und die Freisetzung inflammatorischer Zytokine sowie durch die von den Borrelien produzierten Toxine und Neurotoxine bedingt.

Bei einer Borreliose sollte sich die Therapie immer auf die klinischen Symptome stützen und nicht auf das Vorliegen einer positiven Serologie.
Die Serologie ist nach wie vor ein sehr unzuverlässiges Instrument um eine Borreliose zu diagnostizieren.

Allein bei  5% bis 90% der deutschen Bevölkerung sind im Blut Antikörper gegen Borrelien nachweisbar, so dass nur ein negativer Test zum Ausschluss einer Erkrankung wirklich aussagekräftig ist.

Positive Testergebnisse zeigen lediglich, dass das Immunsystem bereits mit dem Erreger in Kontakt gekommen ist und entsprechende Antikörper gebildet hat. Somit darf ein positiver Test ohne klinische Symptome meines Erachtens keinen Anlass für eine Therapie geben.

Weiterhin zeigen viele Menschen eine jahrelange Persistenz von IgM Antikörpern bei gleichzeitigem Verlust von IgG Antikörpern.
Ein positiver Nachweis von IgM Antikörpern stellt also keinesfalls einen Nachweis dafür dar, dass es sich um eine kürzlich abgelaufene Infektion oder gar um eine aktive Borreliose handelt.

Auch nach einer erfolgreichen Therapie bleibt die entsprechende Serologie noch positiv.
Meist kommt es erst nach Jahren, oft erst nach Jahrzehnten zu einem sichtbaren Rückgang der Titer.
Leider bieten die zirkulierenden Antikörper jedoch keinen bzw. wenn überhaupt nur einen unzureichenden Schutz vor einer Neuinfektion.

Immer wieder gibt es stark von einander abweichende Therapieansätze mit zum Teil monate- und oft auch jahrelanger Antibiotikasubstitution.
Eine im Jahr 2016 groß angelegte Studie von Kullberg et. Al,NEJM konnte jedoch detailliert belegen, dass eine Therapie mit Antibiotika über mehr als vier Wochen hinsichtlich ihrer Effektivität mit einem Placebo gleich zu setzen ist. Das selbe gilt für Kombinationstherapien mit mehreren Antibiotika.

 

Warum ist eine Antibiotikatherapie bei Borreliose oft so schwierig und oft wenig erfolgversprechend?

Es werden heute standardmäßig diverse Antibiotika eingesetzt, die aber nur in wenigen Fällen zu einer dauerhaften Besserung der Symptome führen.
Die Rückfallquote liegt meist bei mehr als 75%.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Borrelien häufig in eine zystische Form übergehen, in der ihnen Antibiotika nichts anhaben können.
Zudem teilen sich Borrelien nur langsam und verstecken sich intrazellulär sowie an schlecht durchbluteten Stellen wie Bändern, Sehnen oder Gelenkkapseln, was eine effektive Therapie mit Antibiotia nahezu unmöglich macht.

Da eine Antibiotikatherapie oft nicht und wenn überhaupt nur wenig wirksam ist, ist auch eine Langzeittherapie mit Antibiotika keine Option, da sie zusätzlich im Organismus großen Schaden anrichten kann.

 

So führen lange und häufige Antibiotikagaben unter anderem zu:

  • einer Zerstörung der physiologischen Darmflora
  • einer Schädigung des Immunsystems
  • einer Förderung von Resistenzen

 

Das Erythema migrans

Borreliose - Heilpraktikerin KielEine Hautrötung, die unmittelbar nach einem Zeckenstich auftritt, ist kein Erythema migrans.

Sie entsteht in der Regel durch den Fremdkörperreiz, sowie durch die Fremdproteine, die mit dem Zeckenstich in den Körper gelangen.

Auch auf der Haut befindliche Staphylokokken können in die Wunde eindringen und zu einer Erythem ähnlichen Rötung führen. Da Borrelien Zeit für ihre Vermehrung brauchen, entsteht ein „echtes“ Erythem erst 1 bis 3 Wochen nach dem Zeckenbiss.

Auch für die Diagnostik eines Erythema migrans ist die Serologie ungeeignet, da eine Serokonversion zwischen 2 und 6 Wochen benötigt und somit in der Frühphase falsch negative Ergebnisse entstehen können.
Zudem liefert die hohe Seroprävalenz der Borreliose in Deutschland falsch positive Ergebnisse.

Beim Erythema migrans sollte es unter einer Antibiotikabehandlung innerhalb weniger Tage zu einem deutlichen Ansprechen der Therapie und damit zum Abblassen der Hautrötung kommen.

 

Macht die Untersuchung einer Zecke Sinn?

Einige Laboratorien bieten im deutschsprachigen Raum einen sogenannten PCR Test an, um die Zecke auf diverse Erregertypen wie bspw. FSME, Borrelien, Rickettsien oder Chlamydien zu untersuchen.

Allerdings ist die Aussagekraft eines solchen Tests hinsichtlich des weiteren Vorgehens in sofern begrenzt als dass ein positives Testergebnis keine zuverlässige Aussage darüber liefert, ob eine Übertragung der Erreger stattgefunden hat und ob die Erkrankung symptomatisch wird.

Nur 1/3 aller Zecken sind im PCR Test Borrelien positiv und nur in den seltensten Fällen bricht die Erkrankung aus.
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