Borrelien

Borrelien-Verwandlungskünstler und Meister der Tarnung

Borrelien sind wahre Meister darin, das körpereigene Immunsystem auszutricksen. Einerseits verwandeln  sie sich ,unterliegen einem kontinuierlichen Formenwandel und nehmen neue Erscheinungsformen an ,um der Erkennung durch das Immunsystem zu entgehen .So können Borrelien aus ihrer üblicherweise länglichen und schraubenförmigen Form in eine zystische Form ,d.h. in eine runde und abgekapselte Form übergehen, in der sie für Medikamente und die körpereigene Abwehr kaum mehr zu erreichen sind.  Anderseits verändern Borrelien auf ihrer  Außenhülle bestimmte Oberflächenmerkmale dahingehend, dass sie wie „gesunde“ Zellen aussehen und in Folge dessen vom Immunsystem nicht mehr als „Eindringlinge“ erkannt werden. Im Extremfall können Borrelien aus ihrer Zellwand tragenden Form auch in eine zellwandfreie Form-die sogenannte L-Form oder CWD Form (cell wall defincient) –übergehen und sind dann  für das Immunsystem im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar. Für das Immunsystem stellt nämlich die Zellwand von Bakterien eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale dar-ohne Zellwand geht dieser wichtige Reiz verloren und das Immunsystem ist quasi „betriebsblind“ .Auch für viele Antibiotika sind zellwandfreie Bakterienformen nicht mehr erreichbar, weil diese entsprechend ihrer Wirkungsweise nur an der Zellwand eines Bakteriums „angreifen“  und diese schädigen können .Fakt ist auch, dass die Bildung sogenannter L-bzw. CWD-Formen gerade durch  Antibiotikatherapien extrem forciert wird.

Borrelien sind in der Lage sowohl innerhalb ihrer eigenen Gattung als auch im „Zusammenschluss“ mit anderen Erregertypen wie Viren, Pilzen, Parasiten etc. sogenannte Biofilme zu bilden, um einer potentiellen Bedrohung durch Antibiotika, Sauerstoff, Hitze, Medikamenten oder Angriffen durch die Immunabwehr zu trotzen.

Borrelien gehören zu Infektionen der TH1  Gruppe, die durch y-Interferon dominiert wird.

Trotzdem gelingt es ihnen Substanzen zu produzieren, die dem Immunsystem einen Th2 Zykokinüberschuss  signalisieren. Statt immunologische  Reaktionen zur Entzündungsbekämpfung einzuleiten, werden nun zusätzliche Antikörper gebildet, die den Entzündungsprozess weiterhin „anfachen“ bzw. ihn erst richtig in Gang setzen. Durch die überschießende inflammatorische Reaktion des TH2 Systems wird das TH1 System im Gegenzug fast vollständig blockiert und in seiner Funktion auf ein Minimum reduziert. Anstelle einer Aktivierung der Killerzellfunktion kommt es nun zu einer unverhältnismäßig hohen Antikörperproduktion. Völlig  überfordert, fehlreguliert und von den Borrelien  ausgetrickst, vermag das Immunsystem schließlich nicht mehr fehlerfrei zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen zu unterscheiden. Die Folge sind Allergien, Immundefekte, diverse Fehlfunktionen und Autoimmunprozesse.

Durch die überschießende und fehlgeleitete Produktion immunologischer Botenstoffe wie Zytokinen, Histaminen, Prostaglandinen und Antikörpern werden Entzündungen provoziert und chronisch in Gang gehalten. Durch die Vielzahl dieser Prozesse ist es fast unmöglich, zu unterscheiden, ob die vielfältigen Symptome direkt von den Borrelien und ihren Toxinen oder aber im Rahmen fehlerhafter Immunprozesse ausgelöst werden.

 

Die Tricks von Borrelien und wie sie in unser Immunsystem eingreifen

Interferon- y ist als Zytokin für den Ablauf immunologischer Reaktionen essentiell. Es wird v.a. von den T-Lymphozyten nach Kontakt mit antigenpräsentierenden Makrophagen (Fresszellen) gebildet und hat sowohl eine antivirale als auch eine antitumorale Wirkung. Y- Interferon aktiviert innerhalb des Immunsystems bestimmte Abwehrzellen wie die natürlichen Killerzellen, die Makrophagen und zellzerstörende T-Lymphozyten.

Interferone  sind zum einen in der Lage  sowohl das Wachstum von gesunden als auch von bösartigen Zellen zu hemmen ,als auch dem Immunsystem anhand bestimmter Merkmale aufzuzeigen, ob eine Zelle durch ein Virus befallen wurde oder malige entartet ist .Ein intaktes Immunsystem registriert in der Regel eine Infektion mit Borrelien, was sich reflektorisch  in einem Anstieg des y- Interferonspiegels zeigt. Fress-und natürliche Killerzellen werden aktiviert und es kommt zu Fieber und grippeähnlichen Symptomen. Im Laufe der Zeit gelingt es den Borrelien aber mehr und mehr das Immunsystem zu täuschen und dadurch die y-Interferonproduktion auf ein Niveau zu drosseln, wo immunologische Reaktionen fast gänzlich zum Erliegen kommen.Während die Produktion von Interferon -y unterdrückt wird, kommt es parallel zu einer überschießenden Produktion anderer Zytokine, die die Entstehung von Entzündungsprozessen, Gewebszerstörung und Schmerzen provozieren.

Borrelien sind bis dato die einzigen bekannten Erreger, die dermaßen zu ihren Gunsten in den Prozess der Interferonproduktion eingreifen können.

All diese Zusammenhänge erklären äußerst anschaulich das Phänomen, warum Patienten mit einer chronischen Borrelieninfektion so gut wie nie Fieber entwickeln. Ohne einen physiologischen y -Interferonspiegel ist die Entwicklung von Fieber nicht möglich.

Borrelien sind im Gegensatz zu anderen Bakteriengattungen sehr Temperatur empfindlich.Während andere Bakterien Temperaturen bis zu 60 Grad vertragen, wird es für Borrelien schon ab 38 Grad kritisch. So bevorzugen Borrelien eine „Wohlfühltemperatur“ von 35 Grad und oft gelingt es ihnen über noch unbekannte Mechanismen in die komplexen Regelkreise der Thermoregulation einzugreifen und die Körpertemperatur in einen Bereich von 35 Grad herunterzuregulieren. So klagen Borreliosekranke häufig über Frösteln, Kälteempfinden und kalte Hände und Füße.

Durch Modifizierung der Zytokinaktivität und Unterwanderung des Immunsystems kommt es zu einer drastischen Reduktion von Anzahl und Aktivität der natürlichen Killerzellen. Natürliche Killerzellen sind jedoch zur Erreger-und Infektabwehr obligat. Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich ,dass Patienten mit chronisch persistierender  Borreliose auch Probleme bei der Bekämpfung anderer intrazellulärer Erreger wie Chlamydien, Riekettsien, Bartonellen, Yersien etc. ,von Virusinfektionen, Pilzen und auch von Krebszellen haben .Aus dem Ruder geratene Zytokine führen zu einer Vielzahl von Symptomen und Funktionsstörungen, die von grippeähnlichen Beschwerden, neurologischen und hormonellen Problemen bis hin zu einer narkotischen Müdigkeit reichen können. Durch die gedrosselte Zytokinaktivität fallen Entzündungswerte wie Blutsenkung, CRP etc. vergleichsweise niedrig aus oder liegen innerhalb der Norm. Die für den Organismus so wichtige Entzündungsreaktion zur Überwindung der Infektion bleibt somit aus.

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