Morbus crohn

Morbus Crohn, Darmerkrankung Symptome

Was ist Morbus crohn?

Morbus crohn bzw. die Entercolitis regionalis zählt neben der Colitis ulcerosa zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Während die Colitis ulcerosa ausschließlich den Dickdarm befällt, kann Morbus crohn im gesamten Gastrointestinaltrakt und somit von der Mundhöhle bis zum Anus auftreten. Hauptlokalisationsorte sind jedoch meist das Ileum (das Endstück des Dünndarms) und der Dickdarm-beides Orte, die stark mit Mikroorganismen besiedelt sind.

 

Zusammenhang zwischen der Mikrobiota und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Im menschlichen Darm existiert eine große Bakterienvielfalt, die Mikrobiota. Diese Bakterien fermentieren v. a. Kohlenhydrate und Proteine zu  Wasserstoff und Kohlendioxid sowie zu Schwefelwasserstoff und kurzkettigen Fettsäuren (Milch-, Essig-, Propion-und Buttersäure). Diese kurzkettigen Fettsäuren werden von den Epithelzellen der Darmschleimhaut resorbiert und decken so bis zu 10 % des täglichen Energiebedarfs im menschlichen Körper.

Buttersäure ist die wichtigste Energiequelle der Darmschleimhaut. Sie hat einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum der Epithelzellen, fördert die Durchblutung der Darmschleimhaut und reguliert ihre Natrium – und Wasseraufnahme. Essigsäure hingegen wird hauptsächlich im Muskelgewebe und Propionsäure in der Leber verstoffwechselt. Darüber hinaus produzieren Darmbakterien die Vitamine K und B12 und bauen Toxine ab.

Eine stabile Mikrobiota ist ein wichtiger Parameter für die Funktionsfähigkeit des darmeigenen Immunsystems und maßgeblich an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt.

Ist das empfindliche Gleichgewicht der Mikrobiota gestört und die natürliche Barriere der Darmschleimhaut  beeinträchtigt, kann  auf dieser Grundlage eine chronisch entzündliche Darmerkrankung entstehen. Diese Vermutung wird u. a. dadurch untermauert, dass im Tiermodell bei Tieren mit keimfreiem Darm keine chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auftreten , während diese bei Tieren mit einem bakteriell besiedelten Darm durchaus vorkommen. Aktuell konnte durch Studien nachgewiesen werden, dass die Mikrobiota bei Patienten mit Morbus crohn stark verändert ist. Charakteristisch ist dabei die Zunahme der Enterobakteriazeen, v. a. von Escherichia coli während es zu einem Rückgang des  Faecalibakterium prausnitzii kommt. In der Regel ist Escherichia coli physiologisch in der Mikrobiota vorhanden. Bestimmte pathogen Stämme können jedoch an den Epithelzellen der Darmschleimhaut anhaften und in sie eindringen. In diesem Fall spricht man von sogenannten adhärent-invasiven Escherichia coli.

Neben einer Zunahme der adhärent-invasiven E. Coli Bakterien charakterisiert Morbus crohn Patienten eine deutlich verminderte Artenvielfalt der physiologisch ansässigen Darmbakterien. Besonders prägnant ist dies im Falle der Bakteriengattungen, die Buttersäure produzieren. Buttersäure schützt  vor Darmkrebs, entzündlichen Darmerkrankungen und der nutritiven Kolitis, einer ernährungsbedingten Dickdarmentzündung.

Forscher haben festgestellt, dass die Proteine CYLD und SMAD7 sowie ihre Interaktion im Darm für die Entstehung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Bis dato ist bekannt, dass der TGF Beta Signalweg antiiflammatorisch wirkt und infolge dessen eine entscheidende Schlüsselposition einnimmt, um die Entwicklung eines Morbus crohn zu verhindern .  Ein verstärktes Vorkommen von SMAD7 kann diesen Signalweg jedoch blockieren. Das Protein SMAD7 fungiert dabei als Antagonist (Gegenspieler) des TGF Beta  Signalweges und hemmt die Freisetzung des entzündungshemmenden Botenstoffes TGF-b1. Als Folge kommt es zu einer verstärkten Anregung von Immunzellen, die eine Entzündung der Darmschleimhaut forcieren können. In der Regel liegt SMAD7 im Darm nur in einer geringen Konzentration vor, wird aber bei bestimmten Erkrankungen vermehrt exprimiert-so auch beim Morbus crohn.

Crohn's disease or Crohn syndrome and regional enteritis. Signs and symptoms. Human silhouette with highlighted internal organsCYLD wurde von Forschern zunächst als Tumorsuppressorgen identifiziert, scheint jedoch auch ein prädisponierender Faktor für die Ausprägung eines Morbus crohn zu sein. Wie SMAD7 und CYLD bei der Entstehung von entzündlichen Darmerkrankungen interagieren ist bislang jedoch noch nicht bekannt und muss weiter erforscht werden. Fakt ist jedoch, dass sich in den entzündungsfördernden T Zellen im Darm mithilfe der Fluorenszenzmikroskopie bei Morbus crohn Patienten ein vermehrtes Vorkommen von SMAD7 und CYLD Proteinen nachweisen ließ. So bedingt die Interaktion von SMAD7 und CYLD u. a. eine Fehlfunktion regulatorischer  T Zellen, die eine wichtige Rolle bei der Unterdrückung von Entzündungsreaktionen einnehmen. Die antiinflammatorische Wirkung des TGF Beta Signalweges wird durch die Wechselwirkung mit den SMAD7 und CYLD Proteinen zunehmend blockiert und es kommt somit zu einer verstärkten Entzündungsneigung der Darmschleimhaut. Somit scheint es in Zukunft wichtig zu sein diese Erkenntnisse in die Behandlung von Morbus crohn Patienten mit einzubeziehen.

Aktuell ist die Wissenschaft weiterhin am Forschen was genau zur Manifestation eines Morbus crohn beträgt und es besteht sicherlich noch sehr viel Klärungsbedarf.

 

 

Als gesichert gilt jedoch bislang dass die folgenden Faktoren stets gemeinsam auftreten müssen damit sich die Erkrankung manifestiert :

 

1.Th1 Dominanz

Verschiebung des Gleichgewichts zwischen Th1 und Th2 Zellen zugunsten entzündungsfördernder Th1 Zellen

 

2.Dysbiose

Bei Morbus crohn Patienten findet man immer eine pathologisch veränderte Darmflora wodurch die Kommunikation zwischen Immunsystem und Mikrobiota gestört wird. Darüber hinaus lassen sich in vielen Fällen pathogene Keime in der Darmschleimhaut nachweisen, die diese infizieren.

 

3.TNF alpha Dominanz

Getriggert durch eine Th1 Dominanz, ein leaky gut Syndrom und den damit verbundenen Entzündungsprozess kommt es bei Morbus crohn Patienten zu einer starken Erhöhung des Entzündungsmediators TNF alpha.

4. Leaky Gut Syndrom

Lesen Sie einen informativen Artikel zu „Leaky Gut Syndrom“ im Detail.

 

Liegen all diese Faktoren gleichzeitig vor, kommt es zur Entwicklung eines Morbus crohn.

Dennoch stellt sich die Frage was genau diese Prozesse genau auslösen kann.

 

Hier eine Übersicht

1.Einnahme von Schmerzmitteln

Hier gilt vor allem die Einnahme nicht steroidaler Antiphlogistika wie bspw. Aspirin und /oder Ibuprofen als Risikofaktor, da diese bei längererfristiger Anwendung zu Blutungen im Darm und somit zu einer Schädigung der Darmschleimhaut führen können.

 

2.Nährstoffdefizite

Eine dauerhafte Mangelversorgung v. a. mit Selen, Vitamin K2, Zink, Vitamin A und D, Magnesium und B Vitaminen sind prädiponierende Faktoren für ein wenig ausgereiftes Immunsystem und eine schlechte Beschaffenheit von Darmwand und Mikrobiota.

 

3.Rauchen

Rauchen stellt generell nicht nur einen Risikofaktor für Krebserkrankungen dar, sondern auch für chronisch entzündliche Darmerkrankungen, da es generell zu den Triggerfaktoren für chronische Entzündungen zählt. Auch die durch das Rauchen vermehrt im Körper vorhandenen Toxine begünstigen die Ausprägung einer Autoimmunerkrankung.

 

4.Zucker

Zucker ist laut aktueller Studienlage an der Ausbildung vieler Erkrankungen maßgeblich beteiligt. Gerade im Darm kommt es bei erhöhtem Zuckerkonsum zu einer Verschiebung des empfindlichen Gleichgewichts der Mikrobiota zu Gunsten pathogener Keime. Eine physiogische Mikrobiota ist jedoch maßgeblich an der Ernährung und dem Schutz der Darmschleimhaut beteiligt. Ist dies nicht gewährleistet, können pathogene Keime die Darmschleimhaut infizieren und eine Entzündung hervorrufen.

5. Einnahme von Hormonen

Die Einnahme von Östrogenpräparaten, allen voran der Pille, führt im Körper oftmals zu einer ausgeprägten Östrogendominanz und infolgedessen zu einem hormonellen Ungleichgewicht. Studien haben hinsichtlich der Entstehung von Autoimmunprozessen als Folge einer hormonellen Dysbalance einen deutlichen Zusammenhang nachweisen können.

 

6. Dysbalance im Verhältnis von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren

Omega 6 Fettsäuren wirken stark entzündlich vor allem wenn gleichzeitig ein Mangel der antientzündlichen Omega 3 Fettsäuren vorliegt. Ein gesundes Verhältnis zwischen Omega 6 und Omega 3 Fettsäuren sollte ca. 3:1 betragen. Dies ist bei einer vermehrten Zufuhr von industriell verarbeiteten Lebensmitteln wie bspw. Speiseölen, Fastfoodkonsum und Fleisch aus Massentierhaltung meist nicht gegeben v. a. wenn zeitgleich nicht auf eine erhöhte Omega 3 Zufuhr in Form von Eiern, Lein-, Floh-und Chiasamen geachtet wird.

 

7.Genetische Faktoren

Wie bei den meisten Autoimmunerkrankungen liegt auch bei Morbus crohn eine gewisse genetische Disposition vor. Besonders häufig findet man Mutationen im NOD2/Card 15 Gen, welches die Erkennung pathogener Erreger determiniert.

 

8. Antibiotika

Gerade im ersten Lebensjahr führt die Gabe von Antibiotika zu einer massiven Schädigung der Mikrobiota und zu einer schlechten Ausbildung des darmeigenen Immunsystems. Wird die Mikrobiota nach einer solchen Therapie durch die Substitution von Darmsymbionten nicht wieder “ins Lot” gebracht, können pathogene Keime den Darm und die Darmschleimhaut besiedeln und im späteren Leben die Entstehung eines Morbus crohn begünstigen.

 

9. Beschaffenheit der Darmschleimhaut

Bei Morbus crohn Patienten fällt  u. a. ein Mangel an antibakteriellen Stoffen auf der Darmschleimhaut und eine zu geringe Wanddicke der Mucosa auf.

Gerade die Beschaffenheit der Mucosa und insbesondere ihrer Dicke hängt stark von Ernährung und Lifestyle ab.

10. Besiedlung der Darmschleimhaut mit pathogenen Keimen

Studien zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Besiedlung der Darmschleimhaut mit pathogenen Keinen und der Entstehung eines Morbus crohn auf. Eine tragende Rolle wird dabei dem Mykobacterium paratuberculosis zugesprochen.

 

Die Auflistung zeigt mehr als deutlich, dass die meisten auslösenden Faktoren unser meist ungesunden Lebensweise geschuldet sind. Dies erklärt auch die rasante Zunahme von Autoimmunprozessen und insbesondere des Morbus crohn in den letzten Jahren.

Es zeigt aber auch welchen wesentlichen Einfluss eine gesunde Ernährung und eine gesunde Lebensführung auf die Chance einer Remission darstellt.

Verdauungsprobleme (Verdauung, Ernährung)

Welche Ernährung bei Morbus crohn ?

Bis dato geben einige Studien sinnvolle Anhaltspunkte darüber welche Nahrungsmittel bei Morbus crohn gut vertragen werden und welche zu meiden sind. Im Einzelfall entscheidet jedoch immer die individuelle Verträglichkeit

 

Diese Nahrungsmittel werden von Patienten mit Morbus crohn in der Regel gut vertragen:

  • Mageres, vorzugsweise weißes Fleisch aus Biohaltung
  • Fisch aus ökologischer Aufzucht
  • Obst aus biologischer Landwirtschaft
  • Biogemüse am besten gekocht zubereitet
  • Bioeier
  • Probiotische Milchprodukte wie Joghurt oder Kefir
  • Knochenbrühe
  • Gesunde Öle, vorzugsweise Olivenöl, Kokusöl und Leinöl

 

Nahrungsmittel, die laut Studienlage von Patienten mit Morbus crohn eher schlecht vertragen werden:

  • Fettiges, rotes und schlecht verarbeitetes Fleisch v. a. aus Massentierhaltung
  • Zucker, Alkohol, Tee und Kaffee
  • Milch insbesondere Kuhmilch
  • Fertigprodukte und industriell hergestellte Speiseöle
  • Frittierte Speisen und maschinell hergestellte Weißmehl-und Fertigprodukte
  • Kohl und Zwiebeln
  • Roher Fisch
  • Vollkorngetreide
  • Getränke mit Kohlensäure

 

Besonders gute Erfolge lassen sich bei Morbus crohn Patienten mit der Paleo Ernährung erzielen. Diese Ernährungsform orientiert sich dabei stark an der Ernährung unser Vorfahren aus der Steinzeit.

Wie damals sollte das Motto also lauten : So gesund wie möglich, so natürlich wie möglich!

So besteht die Paleo Ernährung v. a. aus frischem Obst und Gemüse, Biofleisch, Bioeiern, Fisch und frischen Kräutern. Um das Programm individuell auf Morbus crohn Patienten abzustimmen, sollten hier allerdings Substanzen gemieden werden, die die Mikrobiota und das darmeigene Immunsystems aus der Balance bringen können. Hier zählen Kaffee, Tee, Nüsse und Samen.

Halten sich Morbus crohn Patienten einige Wochen konsequent an diese Ernährungsrichtlinien, konnte bei mehr als 70 Prozent eine Remission erreicht und aufrecht erhalten werden.

 

Des Weiteren haben sich bei Morbus crohn zwei weitere Ernährungsmodelle als sinnvoll erwiesen und dementsprechend etabliert

 

1) SCD (spezifisch carbohydrate diet)

Grundlage ist auch hier die Paleoernährung. Es wird insbesondere aber auch auf Milchprodukte, Getreide und Hülsenfrüchte verzichtet

2) LOW FODMAP

Im Vordergrund steht hier das Vermeiden von kurzkettigen Ballaststoffen, die auf Fructose basieren. Diese Stoffe kann der Körper im Darm nicht resorbieren, wohl aber die Mikrobiota und die Pilze im Darmlumen. Dies führt häufig zu einer Zunahme pathogener Keime im Darm, die sich in der Darmschleimhaut einnisten und eine chronisch entzündliche Darmerkrankung begünstigen.

Oft dauert es sehr lange bis bei Betroffenen die Diagnose Morbus crohn gestellt wird. Meist sind die Symptome wenig spezifisch und werden mit einem Reizdarmsyndrom oder einer Appendicitis (einer Blinddarmentzündung) verwechselt. Die ersten Anzeichen sind häufig starke Bauchschmerzen, die besonders im rechten Unterbauch lokalisiert sind. Hinzu kommen starke Durchfälle, Blutungen und Fieberschübe. Die Erkrankung tritt schubweise auf und ist u. a. durch symptomfreie Intervalle gekennzeichnet. Die Symptome sind bei Morbus crohn jedoch nicht nur auf den Verdauungstrakt beschränkt. Zusätzlich kann es zur Manifestation von entzündlichen Veränderungen des Unterhaufettgewebes, dem sogenannten Erythema nodosum, einer Uveitis und entzündlichen Gelenkveränderungen kommen.

Somit treten bei Morbus crohn nicht nur spezifische Symptome auf wie:

wässriger, teils schleimiger Durchfall der über mehrere Wochen hinweg anhalten kann, Fieberschübe, ein stark erniedrigter Eisen-und Eiweißspiegel, Blut im Stuhl, Blähungen,

krampfartige Bauchschmerzen und erhöhte Leberwerte sondern auch unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Nieren-und Gallensteine, entzündliche Hautveränderungen wie das Erythema nodosum, Akne und Neurodermitis.

Typisch für Morbus crohn sind jedoch die lange andauernden wässrig schleimigen Durchfälle , die von starken Schmerzen im rechten Unterbauch begleitet werden. Während eines akuten Schubs sind Stuhlgänge bis zu zwanzigmal am Tag charakteristisch, selten sind es weniger als zehn. Ein Schub ist immer eine akut auftretende Symptomatik im Rahmen einer Autoimmunerkrankung. Charakteristisch für Autoimmunerkrankungen ist dabei das schubweise Auftreten von Symptomen, die sich mit symptomfreien Intervallen abwechseln.

Bleibt die Erkrankung lange Zeit unerkannt oder schlägt eine medikamentöse Therapie nicht an so kann es zu zahlreichen Komplikationen und Begleiterscheinungen kommen, die eine sofortige therapeutische Intervention voraussetzen.

 

In folgenden finden Sie eine Übersicht über die bei Morbus crohn häufig auftretenden Komplikationen :

  • Fisteln
  • Fissuren
  • Nährstoffdefizite
  • Stenosen
  • Abszesse
  • Malabsorptionssyndrom
  • Darmkrebs

 

Diagnosstellung.

Neben einer gründlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung, bei der meist eine schmerzhafte Verhärtung im rechten Unterbauch auffällt, kommen zur weiteren diagnostischen Abklärung folgende Verfahren in Betracht. Bei Kindern kommt es häufig zu einem Befall der oberen Teile des Verdauungstraktes wie der Speiseröhre und des Magens. Es treten eher unspezifische Beschwerden wie Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit auf. Aufgrund der entzündlich bedingten Malabsorption sind die betroffenen Kinder eher kleinwüchsig und kommen verspätet in die Pubertät. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Morbus crohn meist zwischen 15 und 35 Jahren wobei Frauen und Männer gleichermaßen betroffen sind. Während Morbus crohn vor ca. 40 Jahren noch relativ selten auftrat, sind heutzutage alleine in Deutschland etwa 400000 Menschen betroffen.

 

Ultraschalluntersuchung

Bei einem Ultraschall des Bauchraumes kann der Arzt ggf. entzündlich veränderte Darmabschnitte erkennen. Auch Fisteln und Abszesse lassen sich so in der Regel diagnostizieren.

 

Labordiagnostik

Im Blut findet man bei Morbus crohn Patienten häufig eine Erhöhung unspezifischer Entzündungsmarker wie  bspw. der weissen Blutkörperchen (Leukozyten), des C reaktiven Proteins(CRP), des Fibrinogens und eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit.

Ein besonderes Augenmerk ist darauf zu richten  dass bei Morbus crohn Patienten nur selten Autoantikörper, d. h. autoreaktive Abwehrproteine, im Blut nachweisbar sind.

Wichtig ist auch auf Nährstoffdefizite wie bspw. einen B12, B9 Vitamin D, Selen und Zinkmangel zu achten.

Im Stuhl deuten erhöhte Calprotectin-, Laktoferrin und Alpha 1 Antitrypsinwerte auf eine Entzündung der Darmschleimhaut hin.

Ggf .wird auch eine Analyse der Mikrobiota veranlasst, um eine Dysbiose als Triggerfaktor auszuschließen.

 

Darmspiegelung

Bei einer Darmspiegelung ist es wichtig, dass auch wirklich alle Abschnitte des Verdauungstraktes diagnostisch erfasst werden, da sich entzündliche und nicht entzündliche Darmabschnitte abwechseln. Während einer Darmspiegelung erhält der Arzt einen Überblick über das Ausmaß der Entzündung sowie über Geschwüre, Abszesse, Verengungen und die Blutungsneigung. Meist werden während einer Darmspiegelung im Rahmen einer Stufenbiopsie Gewebeproben entnommen und auf charakteristische Merkmale wie Riesenzellen und Granulome untersucht.

 

MRT

Bei einem MRT lassen sich unter Zuhilfenahme eines Kontrastmittels vergrößerte Lymphknoten, Entzündungsprozesse, Fisteln und eine Verdickung der Darmschleimhaut erkennen.

 

Urintest

Im Rahmen dieser Untersuchung wird dem Patienten eine Lösung verabreicht, die die Zuckerarten Laktulose und Mannitol enthält.

Mannitol wird im Darm resorbiert und unverändert über den Urin wieder ausgeschieden. Laktulose wird hingegen nicht resorbiert und ist infolge dessen auch nicht im Urin nachweisbar.

Bei einer strukturellen Schädigung von Darmschleimhaut u/o. der Darmwand wird auch Laktulose ins Blut aufgenommen und landet letztlich im Urin. Somit liefert diese einfache Untersuchung einen sicheren Hinweis auf eine Strukturschädigung der Darmschleimhaut.

Für die meisten Patienten stellt die Diagnosesicherung erstmal eine Erleichterung dar, wissen sie nun endlich woher ihre Beschwerden kommen. Allerdings wird dies getrübt von der schulmedizimischen Aussage Morbus crohn sei unheilbar und der Patient müsse sich auf eine lebenslange Erkrankung mit wenig Aussicht auf Besserung einstellen.

Aus Sicht der Komplementärmedizin ist dies jedoch nur bedingt richtig, da es durch einige wichtige Verhaltensweisen durchaus möglich ist, die Erkrankung in eine vollständige Remission zu bringen und so eine Symptomfreiheit zu erzielen.

Heilung ist zum einen gleich zu setzen mit einer völligen Symptomfreiheit und bedeutet, dass sich geschädigte sGewebe wieder vollständig regeneriert. Dies ist besonders bei Autoimmunprozessen mit einer langen Erkrankungsdauer schwierig einzustufen da oft schon bleibende Schäden entstanden sind. Eine Remission und damit eine vollständige Unterdrückung der Symptome und Behandlung der auslösenden Ursachen ist jedoch durchaus möglich und konnte bereits in zahlreichen Studien belegt werden.

Ein weiteres Kriterium, warum Autoimmunerkrankungen als unheilbar gelten, ist die Ausbildung sogenannter Gedächtniszellen.

Sobald der Körper eine Infektion mit Krankheitserregern überwunden hat, bildet er in den meisten Fällen Gedächtniszellen, die diese Informationen speichern und sich bei einem erneuten Kontakt mit dem Erreger jederzeit wieder abrufen lassen. Auf dieser Basis-der Bildung von Gedächtniszellen – basiert unter anderem auch die Wirkung diverser Impfstoffe. Bei Autoimmunerkrankungen kommt es im Rahmen einer immunologischen Fehlreaktion des Immunsystems zur Ausbildung sogenannter Autoantikörper, d. h. von Abwehrproteinen, die körpereigenes Gewebe als fremd anerkennen und infolgedessen attackieren. Da Gedächtniszellen bis zu 15 Jahre im Blut zirkulieren, bleibt auch die Information für das autoaggressive Verhalten von Abwehrzellen solange im Körper gespeichert. Dies ist ein weiteres Kriterium warum es so schwer ist bei Autoimmunerkrankungen von einer echten Heilung zu sprechen. Eine Remission ist hingegen ein durchaus realistisches Ziel und sollte somit für jeden Patienten das Ziel sein.

 

Schulmedizine Therapieansätze bei Morbus crohn

Ziel der schulmedizinischen Therapie ist meist eine Linderung der Symptome und das Anstreben von möglichst langen Symptom freien Intervallen. Im besten Fall kann für Monate ggf. auch Jahre eine Remission erreicht werden.

 

Therapie während eines akuten Schubes

Die Therapie ist abhängig davon, welche Abschnitte des Verdauungstraktes betroffen sind.

Bei der Form einer Ileitis, die den Dünndarm und den Übergang zum Dickdarm betrifft, sind andere Maßnahmen erforderlich als wenn der Dickdarm, der Magen und die Speiseröhre befallen sind.

 

Therapieregime bei einer Ilitis

Kortisonsubstitution im Rahmen einer lokalen oder systemischen oralen Applikation. Bei einer massiv ausgeprägten Entzündung kommen auch Prednisolon oder Budenosid als Kortisonderivate zu Einsatz. Schwächer ausgeprägte Schübe lassen sich in der Regel gut mit Mesalazin, der 5 Amino-Salicylsäure, in den Griff bekommen. Mesalazin ist ähnlich anzusiedeln wie das Aspirin, birgt bei lang anhaltender Anwendung jedoch das Risiko für eine Nierenschädigung.

 

Therapie mit immunosuppressiven Arzneimitteln

Hier kommen v. a. Methotrexate, Azathrioprin und das 6 Mecaptopurin zum Einsatz. Greifen diese Maßnahmen nicht, kann als letzte Reißleine auf Biologika zurück gegriffen werden.

Hierbei handelt es sich um synthetisch hergestellte Antikörper, die die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen unterdrücken. Biologika sind sehr effektiv, allerdings auch kostenintensiv und mit einem erhöhten Auftreten von Nebenwirkungen behaftet.

Bekannte Biologika sind Infliximab, Adalimumab und das Vedolimumab.

Vor der Therapie mit Immunsuppressiva sollte auf jeden Fall der Impfstatus überprüft und ggf. aufgefrischt werden, weil das Infektionsrisiko unter einer solchen Therapie erheblich ansteigt.

 

Therapie gegen die Durchfälle

Diese Therapie erfolgt Symptom bezogen durch die Gabe von Antidiarrhoikae wie bspw. dem Loperamid. Hier geht es allein darum die Durchfälle zu stoppen, um eine Austrocknung des Körpers und einen Mineral-, Vitamin – und Nährstoffverlust zu begrenzen.

Bei einer Mitbeteiligung des Dickdarms wird bei einem nur schwach bis mäßig ausgeprägten Schub Mithilfe von Kortison und Sulfasalazin therapiert. Ansonsten wird bei starken Schüben wie bereits oben aufgeführt vorgegangen.

Sind auch Magen und Speiseröhre betroffen werden Protonenpumpenblocker in Kombination mit Kortison, seinen Derivaten u/o. Immunsuppressiva gegeben.

Im Rahmen eines schulmedizimischen Therapieregimes geht es vorrangig darum Symptom freie Intervalle so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Eine Dauertherapie wird aufgrund der Nebenwirkungen in der Regel nicht angestrebt.

Meist kommt es bei 30 bis 60 Prozent der Betroffenen zu einem erneuten Schub innerhalb eines Jahres, bei 40 bis 70 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Eine Operation mit Entfernung der betroffenen Darm abschnitte kommt nur dann in Betracht wenn schwere Komplikationen wie massive Blutungen, Stenosen durch Fisteln, Abszesse und Ulcerationen auftreten und akute Lebensgefahr besteht.

 

Du bist, was Du isst

Auch wenn Schulmediziner immer wieder behaupten, dass die Ernährung keinen nennenswerten Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung hat, beweisen Studien eindeutig das Gegenteil. Die Schwierigkeiten beruhen jedoch  auf der oft vorherrschenden Appetitlosigkeit und den diversen Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Somit muss jeder Patient sorgfältig testen, welche Nahrungsmittel er während eines akuten Schubs verträgt und welche er besser meiden sollte.

Wichtig ist es langsam zu essen und gut zu kauen damit die Nährstoffe im Darm auch wirklich resorbiert werden.

Gut geeignet ist eine leicht verdauliche Vollwertkost mit Obst und stärkehaltigem Gemüse. Wird diese mehrere Wochen gut vertragen, können langsam Eiweiße und Fette hinzugefügt werden.

Da immer wieder Nährstoffmängel bestehen, sollte in Anlehnung an eine entsprechende Laboranalyse eine Substitution erwogen werden.

 

 

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