Hashimoto

Autoimmune thyroiditis, Hashimoto's disease. 3D illustration showing antibodies attacking thyroid gland

Was ist Hashimoto?

In Deutschland leiden fast 50 Prozent der Bevölkerung unter einer Schilddrüsenerkrankung, wovon 10 Prozent von einer Hashimoto-Thyreoiditis betroffen sind.

Neben Herzkreislauf-und Krebserkrankungen stehen Autoimmunerkrankungen weltweit an Platz drei der häufigsten Erkrankungen und die Tendenz ist steigend.

Die Schilddrüse wiegt ca. 20 bis 60 Gramm  und ist die größte hormonproduzierende Drüse des Menschen. Die von ihr frei gesetzten Hormone T3 und T4 gelten als Antriebsmotor für den gesamten Stoffwechsel und wirken u. a. auf Wachstumsprozesse, die Zucker – und Fettverbrennung sowie auf die Muskel-und Nervenfunktion. So sind insbesondere das Wachstum einiger Nerven und die Signalverarbeitung in bestimmten Hirnregionen abhängig von einer ausreichenden Produktion an Schildrüsenhormonen. Zudem ist die Schilddrüse maßgeblich an der Regulation der Körpertemperatur, am Wachstumsprozess und der Cholesterinauscheidung beteiligt.

Zusammenhang mit der Schilddrüse

Die Schilddrüsenfunktion wird maßgeblich durch die Ausschüttung von TSH aus der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse reguliert. Sie reagiert jedoch auch auf periphere Botenstoffe oder Stoffwechselveränderungen und kann sich so schnell auf die jeweils vorherrschende Stoffwechselsituation einstellen. Diese Flexibilität der Schilddrüse stellt jedoch auch  das Risiko einer ständigen und rigiden Adaption in die ein oder andere Richtung dar und wird medizinisch als Über-oder Unterfunktion bezeichnet. Wird dieser Prozess einer verminderten oder erhöhten Hormonproduktion durch einen Autoimmunprozess ausgelöst, so spricht man von einer Hashimoto Thyreoiditis (einer autoimmunogen bedingten Unterfunktion) oder einem Morbus Basedow (einer autoimmunogen bedingten Überfunktion).

Die Hashimoto Thyreoiditis zählt aktuell zu den weltweit am häufigsten auftretenden Autoimmunerkrankungen.

In diesem Fall produziert das Immunsystem Antikörper gegen bestimmte Schilddrüsenbestandteile, meist sind dies die Schilddrüsenproteine TPO und Thyreoglobulin.

Im gesunden Organismus helfen diese Proteine bei der Produktion von Schildrüsenhormonen. Werden Antikörper gegen diese Proteine gebildet, ist die Produktion der Schilddrüsenhormone eingeschränkt und es entsteht eine Unterfunktion mit Verlust und Verkleinerung des Schilddrüsengewebes. Einer Autoimmunerkrankung liegt immer eine Fehlregulation des Immunsystems zugrunde. Normalerweise ist das Immunsystem darauf ausgerichtet, körperfremde Proteine, Toxine, Viren und Bakterien im Körper zu erkennen und zu eliminieren. Bei einem Autoimmunprozess greift das fehl – geleitete Immunsystem jedoch auch körpereigenes Gewebe an, wodurch das entsprechende Organ massiv geschädigt wird.

Die Hashimoto Thyreoiditis tritt meist im Rahmen anderer hormoneller Erkrankungen auf und nicht selten kommt es bei den Betroffenen zur Ausbildung weiterer Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, Zöliakie, Vitiligo, Kollagenosen und Diabetes Typ 1.

Die genaue Entstehung der Hashimoto Thyreoiditis ist medizinisch noch nicht vollständig erforscht. Es lassen sich allerdings einige prädisponierende Faktoren wie eine Ebstein Barr – und andere Herpesinfektionen, eine Veränderung des Mikrobioms (der Darmflora) und ein leaky gut Syndrom (eine zu durchlässige Darmschleimhaut) sowie die Antikörperbildung gegen tierische Eiweiße und eine Intoleranz gegen das Klebereiweiß in Getreide – das Gluten bzw. Gliadin-eruieren.

Oft findet man bei Patienten mit Hashimoto Thyreoiditis auch erhöhte Hormonschwankungen wie bspw. in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.

 

Zwei Verlaufsformen der Hashimoto Thyreoiditis

Bei einer Hashimoto Thyreoiditis lassen sich klinisch zwei Verlaufsformen unterscheiden :

So vergrößert sich die Schilddrüse bei der klassischen Hashimoto Thyreoiditis unter der Ausbildung einer Struma während sie sich in der atrophen Form infolge eines konstanten Abbaus durch Immunzellen verkleinert.

Infolge der chronischen Entzündungsreaktion und bedingt durch den Autoimmunprozess werden zeitweise zahlreiche Zellen der Schilddrüse in den Blutkreislauf abgegeben und die in diesen Zellen enthaltenen Hormone bedingen dann Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion.

In 80 Prozentder Fälle aller Schilddrüsenentzündungen und  einer Schildrüsenunterfunktion liegt eine Hashimoto Thyreoiditis zugrunde.

In der Regel sind von Autoimmunerkrankungen mehr Frauen als Männer betroffen – bei der Hashimoto Thyreoiditis liegt der Anteil bei 80-90 Prozent.

 

Warum sind in der Regel mehr Frauen als Männer betroffen?

Frauen haben im Verhältnis zu Männern einen ganz anderen Umgang mit Stress. Im Gegensatz zu Männern bearbeiten Frauen Stress nicht aktiv, sondern schlucken ihn einfach herunter. Sie sind meist selbstkritischer, nehmen Stressoren anders wahr und bearbeiten Probleme länger als Männer.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verteilung der Sexualhormone. Während Testosteron einen Schutzfaktor hinsichtlich der Entwicklung einer Hashimoto Thyreoiditis darstellt, ist das Östrogen bei Frauen ein prädisponierender Faktor.

Hinzu kommt, dass Frauen aufgrund unserer modernen und industriellen Lebensführung generell mehr Östrogen im Blut haben als dies ursprünglich physiologisch vorgesehen war. Hormonelle Kontrazeptiva und Kosmetik mit einem hohen Gehalt an Mikroplastik tun hier ein Übriges.

Infolge eines unphysiologisch hohen Östrogenspiegels kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron. Progesteron ist das sogenannte Schwangerschaftschutzhormon und wirkt der Ausbildung von Autoimmunerkrankungen protektiv entgegen.

Frauen scheinen von Natur aus über eine deutlich schwächere Entgiftungsleistung der Leber zu verfügen als Männer, welche deutlich besser mit Toxinen zurechtkommen. Hier scheint auch das Hormon Östrogen eine wesentliche Rolle zu spielen. Bei verminderter Entgiftungsleistung der Leber kommt es zur vermehrten Akkumulation von Giftstoffen im Körper mit der Folge einer hormonellen und immunologischen Dysbalance.

Ein weiterer offensichtlicher Grund, warum Frauen von Autoimmunprozessen häufiger betroffen sind als Männer ist der Verbrauch von Kosmetika. Gerade die Billigprodukte sind in der Regel nichts weiter als pure Chemie und so wird pures Gift in Form von gelösten Stoffen direkt über die Haut in den Körper aufgenommen.

 

Symptome der Hashimoto Thyreoiditis

Bei der klassischen Verlaufsform einer Hashimoto Thyreoiditis wechseln sich Über-und Unterfunktion in der Regel ab. So leiden die meisten Patienten unter Symptomen einer Unterfunktion, die von gelegentlichen Schüben einer Überfunktion unterbrochen werden.

Symptome einer Überfunktion treten dabei immer dann auf, wenn Schilddrüsenzellen vermehrt ins Blut gelangen und ihre Hormone ins Blut frei setzen.

Dieser Wechsel zwischen Über-und Unterfunktion sowie die damit verbundenen zahlreichen Symptome machen die Diagnose einer Hashimoto Thyreoiditis besonders schwer.

 

Symptome einer Überfunktion können sein:

Gewichtsverlust ohne erklärbare Ursache

Zyklusstörungen

Haarausfall

Durchfall

Herzrasen v. a. nachts

Herzrhythmusstörungen

Nervosität

Unruhe

Schlaflosigkeit

Schwitzen v. a. nachts

Schweißausbrüche

 

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können sein:

Gewichtszunahme ohne erklärbare Ursache

Strumabildung

Brüchige Nägel

Zyklusprobleme

Trockene Haut

Verstopfung

Heiserkeit

Schlafprobleme

Geringe Kältetoleranz

Schwellungen im Gesicht, an Armen und Beinen

Myxödem

Haarausfall

Müdigkeit

Depressionen

Niedriger Puls

Konzentrationsstörungen

Erhöhter Cholesterin-und Triglyceridspiegel

 

Diagnosestellung – Darauf sollten Sie achten.

 Mit den richtigen Methoden lassen sich 95 % aller Hashimoto Patienten sofort erkennen.

Mit der routinemäßigen Messung allein des TSH Wertes ist es leider nicht getan.

 

Notwendige Laborparameter

TSH basal.      Refeeenzwert:0,27 – 4,2 mlU/l

Das TSH, das auch als Thyreotropin oder Thyreoidea stimulierendes Hormon bezeichnet wird, wird von der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, produziert und sorgt für die Hormonproduktion der Schilddrüse.

 

Vorsicht :

In Fachkreisen wird bereits AB einem TSH Wert von 2 mIU/l von einer Unterfunktion gesprochen. Somit ist schon hierauf ein Augenmerk zu legen, obwohl er noch im Referenzbereich liegt

 

Molecules of thyroid hormones T3 and T4. Triiodothyronine and thyroxine, 3D illustration

T3

Das T3 auch als Trijothyronin bekannt, ist die aktive Form des Schilddrüsenhormons

 

Freies T3.        Referenzwert 2,2 bis 4,6 mlU/l

 

Das freie T3 bezeichnet die aktive Form des Hormons. Sie zirkuliert frei im Blut und ist nicht an Proteine gebunden.

 

Freies T4.        Referenzwert 0,9 bis 1,8 mlU/l

 

Das freie T4 ist die Speicherform von T4, die frei im Blut zirkuliert und nicht an Hormone gebunden ist.

 

aktives T3.    Referenzwert 90bis 360 pg/ml

 

TGB (Thyroxid bindendes Globulin)

 

TGB ist ein Protein an das sich Schilddrüsenhormone binden und so durch die Blutbahn gelangen.

 

So funktioniert die Schilddrüse

Sobald TSH von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet wird, produziert die Schilddrüse Mithilfe von Jod und der Aminosäure Thyrosin die Schilddrüsenhormone T3 und T4 und gibt diese in die Blutbahn ab. Dabei wandelt die Schilddrüse Thyrosin in Thyreoglobulin um und bindet ein, zwei, drei oder vier Jodatome daran. Demzufolge werden die vier Schilddrüsenhormone als T1, T2, T3 und T4 bezeichnet. Die Funktion von T1 und T2, die nur einen kleinen Anteil der Schilddrüsenhormone einnehmen, ist bisher erst wenig bekannt. Das T4, das sich aus Thyreoglobulin und vier Jodatomen zusammen setzt, ist das Hormon, das in der Schilddrüse vorrangig gebildet wird.

T4 zirkuliert durch den Blutkreislauf und wird in den Körpergeweben gespeichert.

Genau genommen ist T4 ein sogenanntes Prohormon und damit eine Hormonvorstufe. Da es nicht direkt in die Zelle gelangt, hat es keine wesentlichen Auswirkungen auf den Energie – und Zellstoffwechsel. Dafür ist alleine das T3, das Trijothyronin, zuständig, das sich aus Thyreoglobulin und drei Jodatomen zusammensetzt. T3 entsteht zum einen durch die direkte Freisetzung aus der Schilddrüse und zum anderen durch die Umwandlung von T4. Dadurch das T4 immer in der Blutbahn und den Körpergeweben vorhanden ist, kann der Körper seinen Bedarf an T3 in Anlehnung an die vorherrschende Stoffwechselsituation kontinuierlich anpassen. Ist in den Körperzellen kontinuierlich zu wenig T3 vorhanden, entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion, bei einem Übermaß an T3 in den Körperzellen entsteht eine Überfunktion. Die alles entscheidende Frage ist somit immer wieviel T3 wirklich für die Energieproduktion der Zellen verfügbar ist und wieviel T4 für seine Herstellung bereit gestellt wird. Leider lässt sich dies im Rahmen einer einfachen T3 und T4 Messung keinesfalls so einfach feststellen, da viele Schilddrüsenhormone auch an TGB gebunden durchs Blut zirkulieren. Solange T3 und T4 an TGB gebunden sind, sind sie so lange nicht verfügbar bis der Körper sie wirklich benötigt. In der Regel sind 99 Prozent des T3 und T4 an TGB gebunden mit dem Vorteil, daß dem Körper die Hormone immer dann zur Verfügung stehen wenn er sie benötigt. Physiologisch liegt TGB immer in der Konzentration vor, die eine optimale Versorgung der Körperzellen mit Schilddrüsenhormonen sicher stellt.

Bestimmte Gegebenheiten im Körper können jedoch dazu führen, dass die TGB Konzentration aus dem physiologischen Gleichgewicht gerät. Liegt ein TGB Mangel vor so werden die Hormone nicht effizient genug gebunden und es kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Bei einem erhöhtem Spiegel passiert das Gegenteil :Infolge der vermehrten Bindung von Schilddrüsenhormonen an TGB kommt es zu einer Unterfunktion.

 

Ein ausgeglichener TGB Spiegel ist von folgenden Faktoren abhängig  :

Östrogen

Heutzutage sind sowohl Männer als auch Frauen einem regelrechten Östrogenüberschuss ausgesetzt. Dies liegt nicht nur in der Zufuhr von der Antibabypille und Hormonersatzpräparaten sondern auch in der Aufnahme künstlich hergestellter Xenoöstrogene begründet. Solche synthetisch hergestellten Verbindungen mit östrogenartiger Wirkung findet man nicht nur in Pflegeprodukten sondern u. a auch in der Luft, im Trinkwasser und in Lebensmitteln.

 

Cortison

Die Einnahme von Cortison kann zu einer Reduzierung bzw. zu einem vollständigen Rückgang der TBG Produktion führen.

Um eine wirklich objektive Aussage darüber zu treffen wieviel T3 und T4 dem Körper zur Verfügung steht, ist es also wichtig den freien T3 und T4 Anteil zu bestimmen und nicht die jeweilige Gesamtmenge.

 

Der Umwandlungsprozess von T3 zu T4

Um T4 in T3 umzuwandeln bedarf es eines Enzyms, der Dejodase. Dieses Enzym benötigt für seine optimale Funktion wiederum Selen, Zink und Eisen. Indem Dejodase eines der Jodatome am äußeren Ring von T4 entfernt, wird dieses in T3 überführt. T3 kann aber wiederum nur mit Hilfe des Stresshormons Cortisol durch die Zellwände in die Zellen gelangen. Ist im Körper nicht genug Cortisol vorhanden, gelangt nicht genügend T3 in die Zellen und es kann zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Aufnahme von T3 stellt die Zellgesundheit und insbesondere die Beschaffenheit der Zellmembran dar. Eine gesunde Zellmembran schützt vor Toxinen und ermöglicht gleichzeitig die Aufnahme wichtiger Nährstoffe und Hormone.

Nachdem T4 in T3 umgewandelt wurde, gelangt es Mithilfe von Cortisol in die Zelle und unterstützt dort die Energiegewinnung in den Mitochondrien. Alle diese Reaktionen wirken zusammen und steuern lebenswichtige Stoffwechselvorgänge wie Herzfrequenz, Energieniveau, Gehirnfunktion und Gewichtsregulation. Bei einer eingeschränkten Schilddrüsenfunktion wird der Zellstoffwechsel in einem oder in all diesen Systemen beeinträchtigt. Daraus können die unterschiedlichsten Symptome resultieren, die jedoch alle auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse zurück zu führen sind.

 

Das Hormon T 3 reverse

Das Hormon T3 reverse ist ebenso wie T3 ein Abbauprodukt des Hormons T4. T4 und das T3 reverse sind biologisch inaktive Hormone und haben somit keinen Einfluss auf die Energieproduktion in der Zelle. T3 reverse besetzt stattdessen die Rezeptoren für das eigentliche T3 und reguliert damit die Menge des freien T 3 in den Zellen. T3 und T3 reverse fungieren im Zellstoffwechsel also als Gegenspieler-als Antogonisten. Während T3 den Mitochondrienstoffwechsel aktiviert, reguliert T3 reverse die Energieproduktion in den Zellen herunter. Beide Werte sind also ein entscheidender Faktor um eine objektive Aussage über die Funktion des Zellstoffwechsels zu treffen. Deshalb ist die Bestimmung sowohl des reversen T3 als auch des Verhältnisses von freiem T3 zu T 3 reverse von existentieller Bedeutung.

Ursachen für erhöhte T3 reverse Spiegel im Blut

-Schwermetallbelastung wie bspw. durch Arsen, Cadmium, Blei, Quecksilber

-Hungerkuren

-Stress

-ekzessives Training

 

TPO Antikörper. (TPO – AK, MAK, TAK)                Referenzwert < 35 U/ml

 

TG Antikörper.                                                              Referenzwert. <100U/ml

 

TSH – Rezeptor Antikörper.                                       Referenzwert. <1

 

TPO (MAK, TAK), Thyreoglobulin Antikörper und TSH Rezeptor Antikörper sind vom Immunsystem gebildete biochemische Stoffe, die die Schilddrüse zerstören.

 

T3 revers

Das T3 reverse ist ein Schilddrüsenhormon, dass freies T3 daran hindert an die Körperzellen anzudocken und seine Wirkung am Zielrezeptor verhindert oder abschwächt.

Zudem ist es wichtig auch immer auf eine sogenannte Hormonresistenz zu untersuchen, einer Störung bei der freies T3 zwar ausreichend vorhanden ist, aber nicht in den Körperzellen wirken kann.

Typisch für eine Hashimoto Thyreoiditis ist eine Erhöhung der Schilddrüsenantikörper und des TSH Wertes bei gleichzeitiger Verminderung der Schildrüsenhormone T3 und T4.

In der Regel reicht somit ein umfangreiches Blutbild zur Diagnosestellung aus.

Trotzdem ist es sinnvoll noch auf weitere Methoden zurück zu greifen, die Informationen über  Größe und Funktion der Schilddrüse liefern wie bspw. die Sonographie, das Szintigramm und die Feinnadelbiopsie.

 

Therapie einer Hashimoto Thyreoiditis nach schulmedizinischem Standard

In der Regel wird L Thyroxin verordnet, die synthetische Variante des Schilddrüsenhormons T4. Grundgedanke ist dabei im Körper wieder einen normalen T4 Spiegel herzustellen,wodurch über die Umwandlung von T4 in T3 auch wieder ausreichend T 3 zur Verfügung stehen soll.

Ausserdem dient die Hormonsubstitution zur Entlastung der ohnehin schon stark geschädigten Schilddrüse und zur Eindämmung des Entzündungsprprozesses.

Um eine optimale Einstellung der Schilddrüsenwerte zu gewährleisten, sollte die Hormonsubstitution langsam und stufenweise aufgestockt werden.

Wichtig ist dabei gerade zu Beginn eine erneute Kontrolle der Laborwerte (mindestens alle 4 Wochen).

Wichtig ist es am Tag der Laborkontrolle die Schildrüsenhormone erst nach der Blutentnahme einzunehmen, da die Ergebnisse sonst nicht aussagekräftig sind

Bei einer stark ausgeprägten atrophen Hashimoto Thyreoiditis oder massiver Strumabildung kann u. a. auch die totale oder teilweise Entfernung der Schilddrüse notwendig sein.

In diesem Fall muss die Hormondosis entsprechend erhöht werden und eine lebenslange Substitution erfolgen.

 

Fakt ist, dass eine schulmedizinische Therapie hiermit nur auf eine Unterdrückung der Symptome und ggf. auf das Fortschreiten der Erkrankung abzielt, keinesfalls jedoch auf mögliche Ursachen oder gar eine Remission.

Somit wird der Autoimmunprozess durch diese Maßnahmen nicht gestoppt und der Prozess setzt sich solange fort bis die Schilddrüse vollständig zerstört ist.

Dies ist für viele Betroffene jedoch eine schlichtweg inakzeptable Lösung, sehen Sie somit jahrelang dem Untergang Ihrer Schilddrüse tatenlos zu.

Hier kann jedoch Abhilfe geschaffen werden. Denn mit geeigneten Therapiemaßnahmen ist es durchaus

möglich den Autoimmunprozess zu stoppen und eine teilweise Regeneration der Schilddrüse wieder herzustellen.

 

Hormonpräparate bei Schildrüsenunterfunktion

Levothyroxin

Levothyroxin ist ein synthetisch hergestelltes Schildrüsenhormon, das in seiner Struktur dem natürlichen Tyroxin, dem T4, entspricht. Meist dauert es vom Zeitpunkt der ersten Einnahme ca. 10 Tage bis dieses T4 im Körper effektiv in T3 umgewandelt wird.

Wichtig ist hierbei zu beachten, dass Generika nicht gleichbleibend so gut wirken wie Markenprodukte. Deshalb sollte bei der Verschreibung darauf geachtet werden. Auch werden viele Levothyroxin Präparat mit dem Zusatz von Laktose hergestellt, was bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen durchaus ausreicht, um eine Entzündungsreaktion zu begünstigen.

 

Natürliche Schilddrüsenhormone

Natürliche Schilddrüsenhormone werden aus der getrockneten Schilddrüse von Schweinen hergestellt. Sie enthalten somit sowohl T3 als auch T4 und dies in einer konstanten Menge. Viele Patienten verspüren durch die kombinierte Einnahme von T3 und T4 schon nach kurzer Zeit einen regelrechten Energieschub. Dies liegt in der Regel daran, dass die natürlichen Schilddrüsenhormonpräparate T4 und T3 enthalten, Levothyroxin hingegen nur T4. Zudem können viele Menschen T4 nicht optimal in T3 umwandeln, sodass hier die Gabe von T3 therapeutisch von großem Nutzen ist.

Auch eignen sich natürliche Schilddrüsenhormone besonders gut für Patienten deren Schilddrüse ganz oder teilweise entfernt wurde, weil sie neben T3 und T4 auch T1 und T2 enthalten. Bei Patienten mit einer Autoimmunthyreoiditis sollten während der Einnahme von Schweineschilddrüsenhormonen regelmäßig die Auto Antikörper überprüft werden, da es ggf. dazu kommen kann, dass das getrocknete Schilddrüsenpulver eine autoaggressorische Reaktion des Immunsystems auslöst.

 

Trijodthyronin

Trijodthyronin ist ein synthetisch hergestelltes T3 Präparat, das anstelle von natürlichen Schweineschilddrüsenhormonen alleine oder in Kombination mit Levothyroxin verschrieben werden kann.

Synthetische T3/T4 Kombinationspräparate

Diese enthalten sowohl T3 als auch T4.als Beispiel sei hier das Novothyral angeführt.

 

Ursachen einer Hashimoto Thyreoiditis

Die Ursache einer Hashimoto Thyreoiditis liegt nicht in der Schilddrüse selbst, denn es bedarf einziges, um das Immunsystem dermaßen aus der Bahn zu werfen und körpereigenes Gewebe anzugreifen.

In 80 Prozent geht der Entwicklung einer Hashimoto Thyreoiditis eine Entzündung der Schilddrüse voraus in dessen Folge Immunzellen in das entzündete Gewebe einwandern und das geschädigte Gewebe abbauen. Im Rahmen dieses Prozesses kann sich eine Autoimmunerkrankung entwickeln.

 

Infektionen

Oft tritt eine Hashimoto Thyreoiditis nach folgenden Infektionen auf:

  • Ebstein Barr Infektion
  • Borreliose
  • Yersiniose
  • Helicobacter pylori Gastritis
  • Hepatitis C

 

Das Immunsystem ist sehr komplex und jede Infektion ist anders. Dies ist der Grund, warum bis dato noch nicht abschließend geklärt werden konnte auf welche Weise Infektionen die Entwicklung einer Immunerkrankung hervorrufen.

 

Im Folgenden stelle ich Ihnen die zurzeit vorherrschenden Thesen vor.

1.

Infektionen erhöhen durch die sogenannte molekulare Mimikry das Risiko an einer Hashimoto Thyreoiditis zu erkranken. Ähneln die viralen oder bakteriellen Bestandteile den Proteinen im Schilddrüsengewebe, so kann es sein, dass das Immunsystem Antikörper produziert, die sowohl gegen Viren u/o Bakterien als auch gegen das Schilddrüsengewebe ansprechen. Dies nennt man molekulare Mimikry.

 

2.

Kommt es ihm Rahmen einer bakteriellen oder viralen Infektion zu einem Befall der Schilddrüsenzellen kann es passieren, dass Immunzellen bei dem Versuch die Erreger zu eliminieren auch das Schilddrüsengewebe verletzen. Daraus resultiert immer eine Entzündung, die weitere Immunzellen an den Ort des Geschehens lockt, um die Entzündung zu beseitigen. Im Rahmen dieser Aufräumräumarbeiten kann es passieren, dass die Immunzellen versehentlich das Schilddrüsengewebe attackieren.

 

3.

Viren besitzen oftmals die Fähigkeit sich Mithilfe körpereigener DNA zu maskieren um sich vor den Angriffen des Immunsystems zu schützen. Stammt diese DNA aus den Schilddrüsenzellen und läßt sich das Immunsystem nicht davon über eine Virusinfektion hinweg täuschen, greifen die Immunzellen nicht nur das Virus an, sondern auch die als Tarnung fungierenden Schilddrüsenzellen.

 

Genetik

Hashimotoerkrankungen treten gehäuft in Familien auf. Somit scheinen Genetik und Epigenetik bei ihrer Entstehung eine Rolle zu spielen

 

Leaky gut Syndrom

Bei einem leaky gut Syndrom können Toxine, Nahrungsbestandteile und Krankheitserreger aufgrund einer zu hohen Durchlässigkeit der Darmschleimhaut ungehindert in den Blutkreislauf gelangen. Dies kann Entzündungen im Körper und Autoimmunprozess begünstigen

 

Hormonelles Ungleichgewicht

Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gewebe untereinander und mit dem Immunsystem unterliegt der engmaschigen Kontrolle des Hormonsystems. Hormonelle Dysbalancen führen oft zu einer fehlerhaften Interaktion zwischen den einzelnen Regulationssystemen und können so die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen begünstigen.

In vielen Fällen von Hashimoto lässt sich bei Frauen ein Ungleichgewicht zwischen den Sexualhormonen Östradiol, Progesteron, DHEA und Testosteron diagnostizieren.

 

Nebennierenschwäche

Ähnlich wie die Schilddrüse ist die Nebenniere ein endokrines Organ und produziert Hormone, die u. a. maßgeblich am Kohlenhydratstoffwechsel, an der Regulation des Wasser – und Salzhaushaltes sowie am Sexualtrieb beteiligt sind. Bei chronischem Stress kommt es zu einer vermehrten Produktion der Stresshormone Adrenalin, Noradrelin und Cortisol. Dies führt irgendwann zu einer Erschöpfung der Nebennierenfunktion, was auch die Funktion der Schilddrüse beeinflusst, da beide Organe sich gegenseitig regulieren.

Ist diese Feinabstimmung zwischen Nebenniere und Schilddrüse gestört und fehlen wichtige Botenstoffe der Nebenniere zur Regulation des Immunsystems so kann es zur Entzündung der Schilddrüse und infolge dessen zur Ausprägung einer Hashimoto Thyreoiditis kommen.

 

Nährstoffdefizite

Um optimal zu funktionieren, benötigt die Schilddrüse eine Vielzahl von Nährstoffen insbesondere Vitamin B, Zink, Vitamin C, Jod, Selen, Vitamin E, Vitamin D und Cystein. Kommt es über einen längeren Zeitraum zu einer Unterversorgung mit einem oder mehreren dieser Nährstoffe ist die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt und es kann  zur Ausbildung einer Struma und zu Entzündungsreaktionen kommen in deren Folge sich eine Hashimoto Thyreoiditis entwickelt.

 

Toxine

Sämtliche Umweltgifte wie Schwermetalle, Plastik, Abgase und Feinstaub gelangen in den menschlichen Körper und reichern sich dort an mit der Folge einer hormonellen und immunologischen Fehlregulation und – reaktion.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen heutzutage in Bezug auf Gluten, Milchprodukte, Soja und Eier.

Besteht zusätzlich zu einer oder mehreren Nahrungsmittelunverträglichkeiten u./o. Allergien ein leaky gut Syndrom, so gelangen diese Fremdproteine mehr oder weniger ungefiltert in den Organismus.

Allergische Reaktionen, chronische Entzündungen und immunologische Reaktionen mit der Ausbildung von Autoimmunprozessen wie einer Hashimoto Thyreoiditis sind hier die Folge.

 

Ernährungstipps bei Hashimoto Thyreoiditis

Da die Hauptursachen einer Hashimoto Thyreoiditis in der jeweiligen Lebensführung des Betroffenen liegen, muss hierauf ein besonderes Augenmerk gerichtet werden.

Um die Symptome der Erkrankung zu reduzieren und um eine komplette Remission anzustreben, ist es wichtig mögliche Triggerfaktoren wie Umweltgifte, Ernährung, Nahrungsmittelallergien und ggf. ein leaky gut Syndrom in der Therapie maßgeblich zu berücksichtigen. Zusätzlich müssen dem Körper und damit der Schilddrüse alle wichtigen Nährstoffe zugeführt werden.

 

Nahrungsmittel zur Regulation der immunologischen Prozesse und Regeneration der Schilddrüse

  • Natürliche, unverarbeitete Nahrungsmittel in Bio Qualität
  • Fettige, tierische Produkte in Bio Qualität
  • Leinöl, Kokosöl und Olivenöl
  • Milchsauer vergorenes Gemüse
  • Gemüse abgesehen von Kohlsorten
  • Knochenbrühe
  • Kombucha
  • Fisch zweimal wöchentlich
  • Zitrone und Ingwer
  • Kräuter und Gewürze

 

Nahrungsmittel, die zu vermeiden sind

  • Raffinierte und stark verarbeitete Nahrungsmittel
  • Fertigprodukte und Fastfood
  • Alkohol
  • Isolierte Kohlenhydrate wie bspw.Backwaren, Zucker, Stärke, Nudeln und weißer Reis)
  • Algenprodukte wegen des hohen Gehaltes an Jod
  • Soja, Kohl und Bittermandeln
  • Industrielle Speiseöle wie Soja-, Nuss-, Distel-, Raps-und Sonnenblumenöl
  • Fische mit erhöhter Schwermetallbelastung wie bspw. Thunfisch, Schwerfisch und Markrele
  • Nahrungsmittel mit erhöhtem Fluoridgehalt wie bspw. fluoridiertes Speisesalz und Schwarztee

 

Eine gesunde Lebensführung ist wichtig

 

Ziel einer umfassenden Behandlung einer Hashimoto Thyreoiditis sollte immer eine Remission sein. Deshalb ist es neben einer gesunden Ernährung ebenso wichtig auf seine Lebensführung zu achten.

 

Gluten und Hashimoto Thyreoiditis

Gluten stellt generell einen Reizstoff für die Schilddrüse dar und das aus folgendem Grund.

Laut neusten Studien haben sämtliche Autoimmunprozesse ihren Ursprung im Dünndarm und basieren auf dem sogenannten leaky gut Syndrom, einer erhöhten Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut. Besonders empfindlich auf Gluten reagieren Zöliakiepatienten, bei denen das Gluten zur einer massiven Schädigung der Dünndarmschleimhaut führt. Weniger extrem, aber dafür weiter verbreitet ist die nicht-zöliakische Glutensensitivität. Hierbei kommt es bei jedem Verzehr von Gluten zu einer Antikörperbildung durch das erworbene Immunsystem und infolgedessen zu einer Entzündungsreaktion. Sobald Gluten sensitive Menschen Gluten zu sich nehmen, führt dies im Blut automatisch zu einem Anstieg des Zonulinspiegels. Zonulin ist ein Protein, das die Bindungsstellen der einzelnen Epithelzellen im Darm-die sogenannten Tight junctions- öffnet und so zu einer vermehrten Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut führt. In diesem Fall spricht man von einem sogenannten leaky gut Syndrom. Andere Auslöser für ein leaky gut Syndrom können Stress, Schwermetalle, Candida – Infektionen und Medikamente – allen voran die Antibabypille und Antibiotika – sein.

Gluten ist zum einen schwer verdaulich und enthält zum anderenen Stoffe, die die Funktion Protein spaltender Enzyme des Dünndarms hemmen.

Liegt ein leaky gut Syndrom vor, so können Bestandteile des Glutens, aber auch Toxine, Mikroben und andere Nahrungsbestandteile unverdaut in den Blutkreislauf gelangen und eine immunologische Abwehr-bzw. Entzündungsreaktion auslösen.

Hinzu kommt, dass Proteine wie das Gluten durchaus körpereigenen Strukturen wie den Proteinen der Schilddrüse ähneln. So kann es leicht passieren, dass das Immunsystem im Falle einer Antikörperbildung gegen Proteine des Glutens auch Antikörper gegen die Proteine des Schilddrüsengewebes bildet. Immer dann wenn körperfremde Antigene (bspw. Proteine des Glutens) körpereigenen Antigenen (bspw. Proteinen der Schilddrüse) ähneln, spricht man von einem molekularem Mimikry Effekt. Molekulare Mimikry ist eine der häufigsten Formen von Autoimmunreaktionen.

Zudem kommt es bei mehr als 50 Prozent aller Menschen, die an einer Gluten Unverträglichkeit leiden, auch zu einer molekularen Mimikry mit Casein, dem Hauptbestandteil von Milcheiweiß.

Soja und Hashimoto Thyreoiditis

Viele Patienten mit Autoimmunerkrankungen leiden unter Darmproblemen wie dem leaky gut Syndrom und unter einem Mangel an Verdauungsenzymen.

Dies sind wesentliche Faktoren, die auch beim Verzehr von Sojaprodukten beachtet werden müssen.

Soja ist  ebenso wie Gluten schwer verdaulich und hemmt die Funktion der Eiweiß spaltender Enzyme im Dünndarm. Vorherrschende Verdauungsprobleme werden somit noch forciert.

Gelangen unverdaute Sojaproteine infolge eines leaky gut Syndroms ins Blut, fördert dies neben einer immunologischen Entzündungsreaktion aufgrund der molekularem Mimikry mit den Proteinen der Schilddrüse auch die Entwicklung einer Hashimoto Thyreoiditis.

 

Soja gehört ferner zu den Nahrungsmitteln, die Isoflavone enthalten. Isoflavone können die physiologische Funktion der Schilddrüse behindern indem sie die Aufnahme von Jod im Schilddrüsengewebe hemmen. Es kommt zu einer Unterfunktion mit den dazu gehörigen Symptomen.

Weitere Nahrungsmittel, die Isoflavone enthalten, sind :

  • Leinsamen
  • Grüner Tee
  • Cashewnüsse
  • Bittermandeln und Kohl

 

Milchprodukte und Hashimoto Thyreoiditis

Milch ist ein Nahrungsmittel, das ursprünglich nur zur Ernährung von Säuglingen bzw. Säugetieren der EIGENEN Art gedacht ist und nach dem Abstillen bei keiner Spezies mehr im Ernährungsplan auftaucht, ebenso wenig wie der Gebrauch von “Fremdbrüsten”.

Somit ist es kein Wunder, dass viele Menschen aufgrund eines Enzymmangels von Laktrase lactoseintolerant sind und Casein – ein Milchprotein- nur schwer verdaulich ist. Generell gilt: je schwerer verdaulich ein Protein ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es als potentielles Allergen wirkt.

Casein fördert ebenso wie Gluten und Soja ein leaky gut Syndrom. Gelangt dann das Casein unverdaut in den Blutkreislauf, so können immunologische Reaktionen und infolge einer molekularen Mimikry Autoimmunprozesse an verschiedenen Organen die Folge sein.

 

Stress, Nebennieren und Schilddrüse

Ein weiterer wichtiger Baustein für die Schilddrüsenfunktion sind die Nebennieren, die die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Cortisol produzieren. Diese Hormone sind ein wichtiger Bestandteil des gesamten Stoffwechsels und beeinflussen ihn sowohl direkt als auch indirekt über Ihren Einfluss auf die Schilddrüse. Ebenso wie die Schilddrüsenfunktion wird auch die Funktion der Nebennieren vom Hypothalamus und der Hypophyse über die sogenannte Hypothalamus – Hypophysen-Nebennieren-Achse reguliert. Bei jeder Art von Stress setzt der Hypothalamus einen chemischen Stoff frei, der ein Signal an die Hypophyse weiterleitet. Diese wiederum sendet daraufhin ein Signal an die Nebennieren, das diese zur Ausschüttung der oben genannten Stresshormone veranlasst. Allen Stressoren ist dabei gemein, dass sie zu einer Aktivierung des Sympathikus führen. Der Sympathikus bildet einen Teil des vegetativen Nervensystems, das alle Vorgänge im Körper reguliert, die automatisch ablaufen und vom Menschen nicht willentlich beeinflusst werden können. Dazu gehören u. a. Blutdruck und Herzschlag, die Atmung, Fortpflanzung und Verdauung. Bei einer Aktivierung des Sympathikus verringert sich automatisch die Durchblutung der Verdauungsorgane und es kommt zu einer stärkeren Durchblutung der Muskulatur(fight or flight Reaktion). Durch die Ausschüttung von Stresshormonen wird der Blutdruck gesteigert. Der Körper soll extrem leistungsfähig sein, um ggf. zu kämpfen oder zu flüchten. Die Atmung wird verstärkt und die Handinnenflächen beginnen zu schwitzen, um einer Überhitzung des Körpers entgegen zu steuern. Ist die stressige Situation erfolgreich überwunden, setzt im Körper physiologisch eine Erholungsphase ein. Blutdruck und Herzschlag werden wieder gesenkt, die Muskeln entspannen sich und es kommt zur Wiederaufnahme der Verdauungsfunktion und zur Aktivierung von Schilddrüsenfunktion und Immunsystem. Diese Erholungsphase wird vom Parasympathikus dominiert.

Akute Phasen von Stress sind somit vom Körper in der Regel gut handlebar, sofern im Anschluss eine Entspannungsphase einsetzt.

Schwierig wird das Ganze immer dann, wenn aus akutem Stress chronischer Stress wird und eine Erholungsphase quasi ausbleibt. In diesem Fall produzieren die Nebennieren kontinuierlich Stresshormone. Irgendwann ist die Funktion der Nebennieren bei einem solchen Dauerstress jedoch erschöpft und die Nebennieren können dem erhöhtem Bedarf an Stresshormonen nicht mehr nachkommen. Es kommt zur Ausprägung einer Nebennierenschwäche, einem Zustand in dem die Nebennieren nicht mehr in der Lage sind den Bedarf an Stresshormonen zu decken oder diese zur falschen Zeit produzieren.

Normalerweise wird der Großteil des Cortisols in den frühen Morgenstunden frei gesetzt um den Körper leistungsfähig zu machen. Über Tag sinkt der Cortisolspiegel langsam ab und erreicht dann abends sein Minimum. So ist ein Einschlafen und die nächtliche Regeneration möglich.

Bei einer Nebennierenschwäche ist der Betreffende schon morgens erschöpft und nicht ausgeruht. Viele Menschen schleppen sich dann mehr oder weniger durch den Tag und sind dann plötzlich zur Schlafenszeit hellwach und so nervös, dass sie nicht einschlafen können. Andere wiederum fühlen sich ständig aufgedreht und unruhig oder sind so erschöpft, dass sie ihr Tagespensum nur mit Mühe und Not schaffen.

Leider geht es auch der Schilddrüse bei einer Nebennierenschwäche nicht gut. Das liegt daran, dass sowohl die Nebennieren als auch die Schilddrüse in die Hypothalamus – Hypophysenachse eingebunden sind. Sind zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut gibt der Hypothalamus der Hypophyse einen Impuls, um die Schilddrüse zur Hormonproduktion anzuregen (Positive Rückkopplung). Hinsichtlich der Cortisolproduktion in den Nebennieren gibt es in Bezug auf die Hypothalamus – Hypophysenhormonachse jedoch eine negative Rückkopplung. Sobald der Cortisolspiegel einen bestimmten Wert erreicht hat, wird die Hormonproduktion von Hypothalamus und Hypophyse gehemmt. Allerdings signalisiert der hohe Cortisolspiegel dem Hypothalamus auch gleichzeitig die Hormonproduktion in der Schilddrüse zu senken. Im Rahmen unserer Evolution macht dies auch durchaus Sinn, wenn man bedenkt, dass Stress vor nicht allzu langer Zeit gleich zu setzen war mit langen Hungerperioden, Entbehrungen und starken körperlichen Belastungen. In all diesen Situationen ist ein langsamer Stoffwechsel von Vorteil, weil er Energie- und Fettreserven schützt. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel führt über die Rückkopplung mit der Hypothalamus – Hypophysenachse auch zur Downregulation der Schilddrüsenaktivitat. Der Stoffwechsel wird herunter gefahren und verlangsamt sich, so dass Energie gespart wird und die Fettdepots nicht unnötig frei gesetzt werden.

Der andauernde Stress führt zur Beeinträchtigung der Verdaungsfunktion, der Libido und der immunologischen Funktionen, weil der Körper kontinuierlich auf Kampf oder Flucht eingestellt ist. Somit kommen zur Funktionseinschränkung der Schilddrüse auch Verdauungsprobleme und eine Schwächung des Immunsystems hinzu. Ein geschwächtes Immunsystem kann wiederum latente Virusinfektionen begünstigen, von denen einige wiederum einen Triggerfaktoren für eine autoimmunogene Schilddrüsenerkrankung darstellen.

Die Stresshormone nehmen jedoch nicht nur über die Hypothalamus- Hypophysen- Achse Einfluss auf die Schilddrüse. Sie haben auch einen erheblichen Einfluss auf die Enzyme, die T4 in T3 umwandeln. Somit bleiben bei chronisch anhaltendem Stress mehr Schilddrüsenhormone gespeichert und stehen somit den Zellen nicht mehr zur Energieversorgung zur Verfügung. Zusätzlich wird der Stoffwechsel durch die vermehrte Umwandlung von T3 in T3 reverse noch weiter gebremst. Und zu allem Überfluss aktiviert die Stressantwort im Körper einen Großteil an Zytokinen, sogenannten Entzündungsimmunzellen, die die Hormonrezeptoren der Schilddrüse weniger empfindlich machen. Somit müssen in diesem Fall mehr Schilddrüsenhormone gebildet werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Im Falle einer solchen Hormonresistenz können die Laborwerte völlig normal sein und die Zellen sind trotzdem chronisch unterversorgt. Dies kann auch im Falle einer Substitution von Schilddrüsenhormone der Fall sein.

Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass bei Stress auch der Östrogenspiegel erheblich ansteigen kann. Dies führt dazu, dass der Körper erhebliche Mengen an Thyroxin bindendem Globulin(TBG), dem Transportprotein der Schilddrüsenhormone produziert. Schilddrüsenhormone, die an TBG gebunden sind, sind jedoch inaktiv. Somit kann weder T4 im Gewebe gespeichert noch in freies T3 umgewandelt werden.

 

Hierauf sollten Patienten mit Hashimoto achten:

  • Durchführung von Entspannungsmaßnahmen wie autogenes Training, Yoga, progressive Muskelentspannung und Meditation
  • Ausreichend Schlaf (mindestens 8 Stunden pro Nacht)
  • Sport an der frischen Luft
  • Zufuhr von Antioxidantien und geeigneten Nährstoffen
  • Regelmäßige Saunagänge
  • Regelmäßige Entgiftung
  • Sonnenlicht
  • Pflege von gesunden Sozialkontakten

 

Therapie mit Nährstoffen

Sinnvoll ist es vor der Einnahme von Supplements immer ein sogenanntes Nährstoffprofil zu machen um einen Mangel an Nährstoffen zu konkretisieren und gezielt anzugehen.

Besonderes Augenmerk ist hierbei auf folgende Nährstoffe zu richten:

  • Vitamin D
  • Selen
  • Jod
  • B Vitamine
  • Vitamin C
  • Eisen
  • Omega 3 Fettsäuren
  • Zink
  • N Acethy Cystein

 

Ggf.

  • Protease – Tabletten zur Verbesserung der Eiweißverdauung
  • Betaine HCL bei verminderter Magensaftproduktion
  • Probiotika zum Aufbau der Darmflora
  • Curcuma zur Regulation von Entzündungsprozessen

 

Jodzufuhr bei Hashimoto – eine Kontroverse?

Die Zufuhr von Jod bei Schilddrüsenerkrankungen und insbesondere bei Hashimoto wird immer wieder kontrovers diskutiert.

Denn gerade Hashimoto – Patienten können sehr sensible auf die Gabe von Jod reagieren, weshalb es in der gängigen Praxis meist vermieden wird.

Jod ist jedoch für den Körper ein essentiell wichtiger Nährstoff, den jede Zelle benötigt. In der Schilddrüse werden Mithilfe von Jod die Hormone T3 und T4 hergestellt. Bei einem Jodmangel versucht die Schilddrüse dies über eine vermehrte Bildung von Schilddrüsengewebe zu kompensieren.Es entsteht eine sogenannte Struma in deren Folge es häufig zur Entzündung und somit auch zur Ausbildung einer Hashimoto Thyreoiditis kommen kann.

Aber auch eine erhöhte Zufuhr von Jod ist keinesfalls unproblematisch. So kommt es gerade bei einem Mangel an Selen und Antioxidantien zu einer massiven Erhöhung von oxidativen Stress in der Schilddrüse. Dies kann ebenfalls über die Entwicklung einer Entzündung zur Manifestation einer Hashimoto Thyreoiditis führen.

Bevor Jod langsam und mit geringer Dosierung substituiert werden kann, sollte immer eine ausreichende Versorgung mit Selen, Zink, Cystein, Vitamin B und Vitamin C sichergestellt sein.

 

 Vitamin D

Ein Vitamin D Mangel stellt ein generelles Risiko für Autoimmunerkrankungen dar. Wenn man bedenkt, dass alleine in Deutschland 85% der Menschen an einem Vitamin D Mangel leiden, so muss man sich über die Zunahme von Autoimmunerkrankungen keinesfalls wundern.

Vitamin D ist ein wichtiger Faktor für das Wachstum von Darmzellen. Da die Darmschleimhaut ständig einer Vielzahl von Toxinen, Krankheitserregern und Nahrungsproteinen ausgesetzt ist, ist es wichtig, dass sich die Zellen der Darmschleimhaut regelmäßig erneuern. Bein einem Mangel an Vitamin D können sich die Zellen jedoch nicht in dem Maße erneuern wie sie absterben. Dies kann die Ausbildung eines leaky gut Syndroms, der Ursache für Autoimmunerkrankungen, begünstigen.

Zudem hat Vitamin D nicht nur im Darm eine stark entzündungshemmende Funktion, was der Entstehung von Autoimmunprozessen entgegen wirkt.

Checkliste Hashimoto Thyreoiditis

Bitte nehmen Sie das L Thoxin genauso ein wie vom Arzt verordnet. Bestehen Sie auf einer regelmäßigen Kontrolle der Werte. Hier ist es besonders wichtig nicht nur das TSH kontrollieren zu lassen, sondern auch T3 und T4. Sollten Sie das L Thyroxin aus irgendeinem Grund nicht vertragen, fragen Sie bitte nach anderen Möglichkeiten wie bspw. einer Therapie mit natürlichen Schilddrüsenextrakten, einer Ergänzung von L Thyroxin mit Thybon (einem reinen T3 Präparat) oder einem Umstieg auf das Präparat Novothyral. Bitte setzen Sie Schilddrüsenhormone keinesfalls in Eigenregie ab. Ihr Körper ist aktuell nicht in der Lage Schilddrüsenhormone in ausreichender Menge zu produzieren und ein selbständiges Absetzen kann zu massiven Problemen führen.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie am Tag einer Laborkontrolle die Schilddrüsenhormone erst NACH der Blutentnahme einnehmen.

Stellen Sie Ihre Ernährung um und machen Sie ggf. einen Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Lassen Sie ein Nährstoffprofil erstellen und substituieren Sie die fehlenden Stoffe in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Therapeuten.

Ratsam ist es einen sogenannten Schwermetallbelastungstest durch zu führen. Wichtig ist, dass Sie eine evtl. Entgiftungstherapie nur unter Anleitung eines versierten Therapeuten durchführen.

Achten Sie auf eine gesunde Lebensführung, reduzieren Sie den Kontakt mit potentiellen Giftstoffen und steigen auf Naturkosmetik um.

 

Ausblick

Da Hashimoto Thyreoiditis zu den Autoimmunerkrankungen zählt, gilt sie aus ärztlicher Sicht als unheilbar.

Von einer Heilung wird auch lediglich dann gesprochen wenn sich geschädigtes Gewebe wieder vollständig regeneriert.

Da die Schilddrüse aber im Laufe der Erkrankung von Immunzellen infiltriert, beschädigt und teilweise abgebaut wird, ist dies schwer möglich. Somit sollte das therapeutische Ziel eine Remission sein, einem vollständigen Abklingen der Symptome verbunden mit einer Regeneration des noch vorhandenen Schilddrüsengewebes.

Somit haben Sie es in der Hand, ob und was Sie zusätzlich zur Hormoneinnahme noch für Ihre Schilddrüse und damit für sich und Ihre Gesundheit tun wollen.

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