Colitis ulcerosa

Morbus Crohn im GastrointestinaltraktWas ist Colitis ulcerosa?

Wie Morbus crohn ist auch die Colitis ulcerosa eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Ausgelöst durch einen Autoimmunprozess kommt es zu entzündlichen Schleimhautveränderungen im Dick-und Enddarm. In der Regel beginnt die Erkrankung im Rektum und breitet sich von dort in den Dickdarm aus. Der Entzündungsprozess ist dabei auf die Mukosa-die Schleimhaut-begrenzt. Ausgelöst durch autoimmunogene Prozesse kommt es zu einem progressiven Abbau der Darmschleimhaut, der von einer heftigen Immunreaktion sowohl gegen die physiologische Mikrobiota als auch gegen pathogene Keime begleitet wird.

In Deutschland sind ca. 200000 Menschen von einer Colitis ulcerosa betroffen – Männer ebenso häufig wie Frauen. Die Erkrankung von der weltweit etwa 3 Millionen Menschen betroffen sind, tritt überwiegend in Europa und Amerika auf. Im asiatischen Raum ist sie gänzlich unbekannt. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 16 und 30 Lebensjahr. In 5 bis 15 Prozent der Fälle tritt die Erkrankung vor dem 16 Lebensjahr auf. Fakt ist, dass die Erkrankung vor ungefähr 60 Jahren noch so gut wie unbekannt war und heute ein rapider Anstieg zu verzeichnen ist.

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Das Leitsymptom bei der Colitis ulcerosa sind schleimig blutige zum Teil auch eitrige Durchfälle. Während eines akuten Schubs sind  Stuhlgänge mit einer Intensität von bis zu 20 Mal pro Tag charakteristisch. Die Betroffenen haben meist starke Schmerzen im linken Unterbauch, dem Bereich, wo die Geschwüre am häufigsten auftreten. Hinzu kommen Abgeschlagenheit, eine verminderte Leistungsfähigkeit, ein unerklärlicher Gewichtsverlust und ein Schwächegefühl. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben, wobei sich der entzündliche Prozess auf den gesamten Organismus auswirken kann und von Fieber begleitet wird.

Colitis ulcerosa verläuft meist schubweise. Nur selten besteht die Entzündung im Darm dauerhaft.

Die Verläufe sind meist sehr individuell. Bei einigen Patienten treten im Leben nur wenige Schübe auf, andere haben mehrere im Jahr.

 

Komplikationen bei Colitis ulcerosa

 

Toxisches Megakolon

Bei einem toxischen Megakolon ist die gesamte Darmschleimhaut massiv entzündet. Da ein solcher Verlauf für den Patienten lebensbedrohlich ist, stellt er eine absolute OP Indikation dar.

 

Schwere Darmblutungen

Schwere Blutungen können infolge eines toxischen Megakolons auftreten und müssen sofort behandelt werden.

Darmdurchbruch

Ein Darmdurchbruch ist eine akute und lebensbedrohliche Situation, die in einer sofortigen Notoperation mündet.

 

Entwicklung von Darmkrebs

Chronische Entzündungen stellen einen Triggerfaktor für die Entwicklung maligner Erkrankungen dar. Dies hängt unter anderem auch von der Dauer und Schwere der Erkrankung ab. Patienten mit Colitis ulcerosa wird daher geraten sich regelmäßig untersuchen zu lassen.

 

Die Colitis ulcerosa gehört ebenso wie der Morbus crohn zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Beides sind Autoimmunerkrankungen, bei denen die Darmschleimhaut infolge eines Entzündungsprozesses stark geschädigt ist. Infolge der erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut gelangen Toxine, Krankheitserreger, unverdaute Nahrungsbestandteile und diverse Allergene in den Blutkreislauf und bedingen eine systemische Entzündung.

 

Nach der DCCV, der deutschen Crohn und Colitis Vereinigung, ist die Diagnose anhand eines bestimmten Schemas zu stellen, das folgende Bereiche umfasst:

1.Körperliche Untersuchung

Beim Abtasten  zeigt sich bei Colitis ulcerosa ein charakteristischer Druckschmerz im linken Unterbauch.

 

2.Laboranalyse

Folgende Parameter sind relevant :

-Das C reaktive Protein (CRP), das als unspezifischer Entzündungsmarker bei Entzündungsprozesses und chronischen Infektionen erhöht ist.

-Eisen-und Ferritinwert

 

Infolge von Entzündungsschüben und dem Blutverlust ins Darmlumen kann es zu einem Eisenmangel kommen.

 

-Alkalische Phosphatase

Ist die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut infolge entzündlicher Prozesse erhöht, kommt es zu einer vermehrten Einwanderung von Krankheitserregern in den Blutkreislauf. Die alkalische Phosphatase baut ein Allergen – das sogenannte LPS-ab, das sich in der Membran von Bakterien befindet. Die alkalische Phosphatase ist somit ein wichtiger Marker, um eine Schädigung der Darmschleimhaut anzuzeigen.

-GGT, GOT und Gama GT

Ist die Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut erhöht, gelangen Toxine, unverdaute Nahrungsbestandteile und Allergene in den Blutkreislauf und müssen von der Leber verstoffwechselt, gefiltert und abgebaut werden. Aufgrund dieser Mehrbelastung der Leber steigt auch das Risiko für eine Lebererkrankung mit Erhöhung der Transaminasen (GOT, GPT, Gama GT)

-Die BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) ist ein unspezifischer Entzündungsmarker und bei entzündlichen Prozessen erhöht.

 

-GFR, Cystatin C und Kreatinin

Diese Werte sagen etwas über die Nierenfunktion aus. Dies ist wichtig, da einige der Medikamente, die schulmedizinisch bei der Therapie einer Colitis ulcerosa eingesetzt werden, Nebenwirkungen hinsichtlich der Nierenfunktion aufweisen können. Somit dürfen sie nur zum Einsatz kommen, wenn für eine Funktionseinschränkung der Niere keine Anhaltspunkte bestehen.

2. Stuhlanalyse

 

-Nachweis von Laktoferrin und Calprotectin

Laktoferrin und Calprotectin sind Proteine, die sich ausschließlich in den Leukozyten befinden und für eine strukturelle Schädigung der Darmschleimhaut infolge immunologischer Reaktionen charakteristisch sind.

 

-Nachweis von Blut im Stuhl

-Nachweis von Neopterin

Neopterin ist ein Entzündungsmarker im Darm und mithilfe einer Stuhlprobe nachweisbar.

 

4. Darmspiegelung

Im Rahmen einer Darmspiegelung kann der Aufbau, die Struktur und das Ausmaß eines Entzündungsprozesses im Darm beurteilt werden.

Die Diagnose Colitis ulcerosa wird als Summe der unterschiedlichen Diagnoseschritte in Anlehnung an die DCCV Kriterien gestellt.

 

Therapie bei Colitis ulcerosa

Während eines akuten Schubes werden von Seiten der Schulmedizin verschiedene entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz gebracht. Dazu gehören u. a. Kortison, Mesalazin, Sulfasalazin und Immunsuppressiva. Hierdurch sollen das Immunsystem beruhigt und Symptome soweit unterdrückt werden, dass es auch während eines Schubes zu keinen nennenswerten Einschränkungen für den Betroffenen kommt. Kortison hat zwar eine schmerzstillende und immunsuppressive Wirkung, sollte jedoch aufgrund seiner Nebenwirkungen nur zeitlich begrenzt gegeben werden. Mesalazin und Sulfasalazin sind eng verwandt mit Aspirin und enthalten den Wirkstoff 5 Aminosalicylsäure. Da die Applikation jedoch rektal in Form eines Klistieres erfolgt, wirkt das Medikament lokal und selektiv entzündungshemmend auf die Darmschleimhaut. Auf die Einnahme von Antiphlogistika wie Aspirin und /oder Ibuprofen sollte verzichtet werden, da diese aufgrund ihrer entzündungs-und gerinnungshemmenden Eigenschaften die Symptome deutlich verschlimmern können.

Vorrangiges Therapieziel ist es die Remissionsphasen während der Erkrankung zu verlängern und während dieser Zeit lediglich das Medikament Mesalazin einzusetzen. Ergänzend kommen eine Ernährungsumstellung, gesunde Lebensführung und Entspannungsverfahren zum Einsatz.

 

Gerade zu Beginn einer Erkrankung und während eines akuten Schubes sollte den Empfehlungen der Schulmedizin exakt Folge geleistet werden. Längerfristig ist es jedoch ratsam auch Wirkstoffe aus der Komplementärmedizin hinzu zu ziehen, da diese bei weitaus großer Effektivität deutlich weniger Nebenwirkungen aufweisen.

 

Der Darm ist ein metabolisch äußerst aktives Gewebe und somit ist es möglich, dass entstandene Schädigungen sich innerhalb weniger Wochen komplett zurück bilden. In diesem Fall spricht man von einer Remission, die unter Umständen ein Leben lang anhalten kann. Das Problem bei Autoimmunerkrankungen besteht auch bei einer Remission in der Ausbildung sogenannter Gedächtniszellen. Gedächtniszellen gehören zu den B und T Lymphozyten, in denen sowohl Informationen über durchgemachte Infektionen als auch über ein einmal erlerntes autoaggressives Verhalten abgespeichert sind. Dies ist der Grund, warum es auch bei längeren Remissionsphasen so schwierig ist von einer echten Heilung zu sprechen.

Ernährungstips bei Colitis ulcerosa

Die Ernährung ist die essentielle Grundlage für Immunsystem, Darmgesundheit und Stoffwechsel. Patienten mit Colitis ulcerosa reagieren jedoch auf viele Nahrungsmittel äußerst sensible und haben meist viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten und /oder Allergien.

 

Im folgenden finden Sie eine Übersicht über die Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe auf die Patienten mit Colitis ulcerosa meist empfindlich reagieren und die oft zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen.

-Zucker

-Gluten

-Milchprodukte (Casein)

-Alkohol

-Fruchtsaft

-Hülsenfrüchte

-Emulgatoren und -Lebensmittelzusatzstoffe (E – Stoffe)

-Salz und salzreiche Speisen

-Zwiebelgewächse und Kohlgemüse

-Steinobst

-Zitrusfrüchte

 

Folgende Nahrungsmittel werden bei Colitis ulcerosa mit einer Verbesserung der Symptomatik in Verbindung gebracht:

-Biofleisch, Biofisch und Bioeier

-grünes Gemüse, allen voran Blattgemüse wie Spinat, Löwenzahn und Feldsalat

-Beeren

-Knochenbrühe

-fermentierte Nahrungsmittel, bspw. Sauerkraut, Joghurt und Kimchi

-Ingwer, Kardamom, Kurkuma und Fenchel

-Granatapfel und Cranberry

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Ernährungsformen bei Colitis ulcerosa

Immer wieder heißt es, dass die Ernährung auf den Krankheitsverlauf bei Colitis ulcerosa keinen nennenswerten Einfluss hat. Dass dem keinesfalls so ist, zeigen viele renommierte klinische Studien. Diese Studien zeigen deutlich, dass es durch die Gabe wichtiger Nährstoffe und den Einsatz spezifischer Ernährungsmodelle möglich ist, ebenso effektiv wie durch den Einsatz schulmedizinischer Medikamente eine komplette Remission zu erreichen.

 

Ziele einer Ernährungstherapie

-Beseitigung einer bakteriellen Schleimhautinfektion

-Herstellung einer physiologischen Darmschleimhaut

-Wiederherstellung der Barrierefunktion der Darmschleimhaut

-Entzündungslinderung im Bereich der Darmschleimhaut

-Beseitigung von Triggerfaktoren

-Eindämmung und Balance immunologischer Reaktionen

 

 

Ernährung in Anlehnung  an das Paleo Autoimmunprotokoll

Das Paleo Autoimmunprotokoll wurde in Anlehnung an die Steinzeiternährung, die sogenannte Paleo Ernährung, entwickelt.

Ziel ist die Zufuhr von gesunden Nährstoffen, eine Vermeidung der Exposition von Reizstoffen und Allergen sowie die Wiederherstellung von Darmgesundheit und Immunsystem.

Einer Studie zufolge konnte bei Patienten mit Morbus crohn und Colitis ulcerosa in einer Gruppe von Probanden nach nur elfwöchiger Durchführung des Paleo Autoimmunprotokolls eine komplette Remission erreicht werden. Dies ist in etwa vergleichbar mit dem Einsatz schulmedizinischer Medikamente jedoch völlig Nebenwirkungsfrei.

 

Das SCD Ernährungsmodell

Die SCD Ernährung basiert auf der Vermeidung von kurzen Zuckerketten auf Fruktosebasis, sogenannten FODMAP’s bzw. Oligosacchariden. Oligosaccharide können vom Körper nicht aufgenommen werden, sehr wohl aber von Darmbakterien, die diese verstoffwechseln und vergären. Insbesondere Darmbakterien, die sich in der entzündeten Darmschleimhaut eingenistet haben und diese infizieren, nutzen vorrangig FODMAP’s zur Energiegewinnung und forcieren damit die Entzündungsneigung der Darmschleimhaut. Bei einer Karenz können sich die Bakterien jedoch nicht lange auf der Darmschleimhaut halten und die geschädigte Schleimhaut kann abheilen. Die Kommunikation zwischen Mikrobiota und Immunsystem wird verbessert und es kommt zur vermehrten Bildung entzündungshemmender Botenstoffe.

Zusammenfassend scheint es bei der Auswahl der “richtigen” Ernährungsform bei Colitis ulcerosa nicht auf die optimale Zufuhr von Makronährstoffen anzukommen, sondern auf den Verzehr gesunder und naturbelassener Lebensmittel. Ebenso scheint ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Fett-und Kohlenhydratzufuhr den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

 

Stuhltransplantation

Die Transplantation von Stuhl eines gesunden Spenders, welcher  unter sauerstoffarmen, d. h anaeroben Bedingungen gewonnen und hergestellt wird, konnte bei vielen Colitis ulcerosa Patienten eine vollständige Remission erzielen. Der Vorteil der Gewinnung eines solchen Transplantates unter anaeroben Bedingungen birgt den großen Vorteil, dass auch Darmbakterien transplantiert werden können auf die Sauerstoff unter normalen Bedingungen stark toxisch wirkt. Diese Anaerobier stellen den Großteil einer physiologischen Mikrobiota dar. Wie wichtig die Mikrobiota für die Darm -gesundheit ist, konnte eine Studie belegen: Während im Darm gesunder Menschen die Gattung der Actinobakterien dominiert, findet man bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen vermehrt Vertreter der Gattung Bacteroides und bei Patienten mit Reizdarmsyndrom verschiedene Firmicutesarten.

Naturheilkundlich Maßnahmen bei Colitis ulcerosa

– Einsatz entzündungshemmender Wirkstoffe wie bspw . Curcurmin und Weihrauch

– rektale Ozoninsuflation zur Entzündungshemmung

– Colonhydrotherapie während der Remissionsphasen zur Aufrechterhaltung    und Verbesserung der Darmgesundheit

– Symbioselenkung durch Probiotika

– Ernährungsumstellung

– Stressmanagement

– orthomolekulare Medizin

 

Rheumatoide Arthritis

Die Rheumatoide Arthritis ist eine systemische Autoimmunerkrankung von der alleine Deutschlandweit mehr als 800000 Menschen betroffen sind. Von den mehr als 400 verschiedenen Symptomenbildern, die unter dem Oberbegriff Rheuma zusammen gefasst werden, ist die rheumotoide Arthritis die häufigste Form. Ausgelöst durch einen Autoimmunprozess kommt es im gesamten Körper zu einer entzündlichen Veränderung der Sehenscheiden, der Schleimbeutel und der Gelenkinnenhaut. Schreitet die Erkrankung unaufhaltsam fort kommt es zu einem progressiven Gelenkabbau und daraus resultierender Funktionseinschränkung.

Der Erkrankung Gipfel liegt zwischen dem 55.bis 65.Lebensjahr.Frauen sind dabei dreimal häufiger betroffen als Männer.

 

Symptome in der Frühphase der Erkrankung

-symmetrische Gelenkschwellung

-Flüssigkeitsansammlung in den Gelenken

-Schmerzen in Gelenken und Sehnen

-Muskelschmerzen, Muskelschwäche

-Morgensteifigkeit der Gelenke

-Nachtschweiss und ggf Fieber

-Appetitlosigkeit und Gewichtsreduktion

 

Schreitet die Krankheit fort, kommt es zum Auftreten folgender Symptome, die maßgeblich von Gelenkdeformierungen und Gelenkzerstörungen bestimmt werden:

Gebeugte und starre Finger, die sich in Richtung Handaußenseite verformen

Verlust von Muskel-und Griffkraft

Karpaltunnel – und/oder Ulnarisrinnen Syndrom

Ausbildung von subcutanen Rheumaknoten im Bereich der großen Gelenke

Beteiligung von anderen Organen wie bspw Augen, Blutgefäßen, Lunge und kleinen Gelenken (periphere Arthritis)

 

 

Die Erkrankung läuft in der Regel in vier Stadien ab.

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Stadium 1

Es ist gekennzeichnet durch schubweise auftretende Gelenkschwellungen, eine charakteristische Morgensteifigkeit und schmerzhafte Gelenke.

 

Stadium 2

Die Beweglichkeit der Gelenke nimmt ab und es kommt zu einem vermehrten Abbau von Muskel-und Knochengewebe

 

Stadium 3

Es kommt zur Zerstörung von Gelenkknorpeln und dem sie umgebenden Knochengewebe.

Durch die zunehmende Instabilität und Fehlstellung der Gelenke kommt es zu einer Schädigung und Mitbeteiligung des umliegenden Bindegewebe. Die Beweglichkeit der Gelenke ist in diesem Stadium bereits stark eingeschränkt. Ggf greift der Prozess auf andere Gelenke über.

 

Stadium 4

Die Gelenke sind rheumatisch verformt, versteifen sich und führen zu einer absoluten Unbeweglickkeit.

 

Damit der rheumatische Prozess nicht ungehindert weiter Fortschreiten, muss unverzüglich mit der Therapie begonnen werden. Oberstes Ziel muss es immer sein die Schädigung der Gelenke zu verlangsamen und im Idealfall ganz zu stoppen.

 

Diagnosstellung in Anlehnung an die Kriterien des American College of Rheumatology (ACR)

Klinische Untersuchung

Symmetrischer Gelenkbefall mit Schwellung der Gelenke an mindestens drei unterschiedlichen Stellen

Morgensteifigkeit und Rheumaknoten über den großen Gelenken

Ggf Vorliegen eines Karpaltunnel – und/oder eines Ulnarissyndroms

Laboranalysen

Erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit

Erhöhung des C reaktiven Proteins (CRP)

Nachweis von Rheumafaktoren wie Anti CCP, Citrulin usw.

Diese sind jedoch nur in 60Prozent bei den betroffenen Patienten messbar

Niediges Serumeisen und erniedrigte Ferritinwerte

Erhöhung von Leukozyten und Thrombozyten

Erhöhte ANA Werte (antinukleäre Antikörper)

Elektrophorese mit charakteristischem Anstieg von Alpha 2 und y Globulin

Analyse der Gelenkflüssigkeit

 

Die Diagnosestellung einer Rheumatoiden Arthritis gestaltet sich im Bezug auf andere Autoimmunerkrankungen oft schwierig. Dies liegt daran, dass sich oft die typischen Autoantikörper trotz eindeutiger Symptomatik nicht nachweisen lassen. In diesem Fall spricht man von einer seronegativen Form. Die Diagnose basiert dann auf den klinischen Symptomen sowie der bildgebenden und laboranalytischen Diagnostik.

 

Bildgebende Verfahren

Skelettszintigraphie

MRT

Ultraschall

Röntgen

CT

 

Therapie

Der therapeutische Leitsatz bei einer Rheumatoiden Arthritis ist es die Behandlung unverzüglich und mit sehr starken und ausgeprägten Medikamentengaben zu beginnen um der Zerstörung der Gelenke Herr zu werden. Erst wenn die Situation unter Kontrolle ist und die Zusammenstellung der Medikamente stimmt, kann eine Ursachenbehandlung unter Etablierung einer gesunden Lebensweise in die Therapie mit einbezogen werden.

 

Schulmedizinische Therapieschritte bei einer Rheumatoiden Arthritis

1.

In dieser Phase kommen Antiphlogistika wie bspw. Ibuprofen, Diclophenac und Paracetamol meist in Kombination mit Glukokortikoiden zum Einsatz. Ziel ist die die Hemmung der Entzündungsreaktion in den Gelenken und das Stoppen der Autoimmunreaktion

 

2.

Lässt sich die Situation mit den im ersten Therapieschritt durchgeführten Maßnahmen nicht unter Kontrolle bringen, erfolgt der Einsatz sogenannter  Biopharmazeutika,die entweder sehr spezifisch und selektiv körpereigene Proteine hemmen oder imitieren.

Der Einsatz von Biopharmazeutika erfolgt dabei in Kombination mit Schmerz-und speziellen Antirheumatika.

 

Die häufigsten Biopharmazeutika, die zur Behandlung einer Rheumatoiden Arthritis eingesetzt werden, sind:

TNF Alphablocker

Interleukin 1ẞ Antikörper wie das Anakinra

CD 20 Antikörper wie das Rituximab

und T Zellaktivierungshemmer wie das Abatacerpt

 

Antirheumatika wie das MTX (Methotrexat), Sulfasalazin, Cyclosporin A, Leflunomid und das Hydroxychloroquin nehmen hier eine wichtige Schlüsselrolle ein.

Die Therapie ist in der Regel sehr massiv und beruht auf der Kombination verschiedener Medikamente, die in der Regel zeitgleich und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen. Die zum Einsatz kommenden Therapeutika sind meist schon Jahre lang erprobt und in der Lage den Entzündungsprozesses und die Schmerzen bei den Betroffenen zuverlässig zu senken.

Die  eingesetzten Medikamente sind jedoch nicht nur stark in puncto Wirksamkeit sondern haben meist auch erhebliche Nebenwirkungen. Deshalb sollte immer dann, wenn die Situation des Patienten unter der richtigen Kombination und Dosierung der Medikamente stabil ist mit komplementären Maßnahmen und der Ursachenbehandlung begonnen werden. So können in vielen Fällen Medikamente reduziert und Nebenwirkungen vermindert werden.

 

Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie

Osteoporose

Leber – und Nierenschäden

Erhöhtes Infektrisiko

Gastrointestinal Probleme

Hautausschlag

Erhöhte Blutungsneigung

Allergien

Ödeme im Gesicht sowie an Armen und Beinen

 

3.

Operative Intervention

Operative Verfahren kommen erst in einem fortgeschritten Erkrankungsstadium in Betracht,wenn die betroffenen Gelenke schon so weit zerstört und verformt sind, daß sie ihre ursprüngliche Funktion gänzlich verloren haben.

Hier können folgende operative Verfahren zumindest eine Linderung verschaffen :

Einsatz einer künstlichen Gelenkprotese

Korrektur der Gelenkflächen  um durch die Knochen Korrektur eine gleichmäßige Belastung der Gelenkflächen sicher zu stellen

Entfernung der Gelenkinnenhaut (Synovektomie)

Abtragung der Gelenkinnenhaut (Gelenkresektion)

Versteifung von Gelenken

 

Ursachen der Rheumatoiden Arthritis

Genetik

Da die Rheumatoide Arthritis in einigen Familien gehäuft auftritt, scheint ein bestimmter Genotyp häufiger von der Erkrankung betroffen zu sein. Dennoch spielt hier die genetische Disposition keine so nennenswerte Rolle wie bei anderen Autoimmunerkrankungen. Bei der Rheumatoiden Arthritis findet man eine Mutation des Genotyp HLA DRB1, der für einen bestimmten Abschnitt des HLA oder MCH Komplexes in den weißen Blutkörperchen eine Rolle spielt. Gerade dieser Abschnitt ist essentiell hinsichtlich der Unterscheidung zwischen körperfremden und körpereigenen Proteinen.

Nikotinabusus

Schadstoffe aus Zigaretten scheinen ebenso wie weitere Toxine an bestimmte Protein – und Zellstrukturen der Gelenkinnenhaut anzudocken und sie dadurch strukturell zu verändern. Da die Gelenke generell schlechter durchblutet werden als andere Organstrukturen können Toxine von dort auch wesentlich schlechter abtransportiert und entsorgt werden. Werden die durch Toxine gereizten und ggf entzündlich veränderten Strukturen vom Immunsystem erkannt, so kann es sein, daß das Immunsystem bei der Entsorgung nicht zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen unterscheiden kann und fälschlicherweise körpereigenes Gewebe attackiert.

 

Leaky Gut Syndrom

 

 

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